Plan nicht verfolgt: Sturm-Coach kritisierte seine Elf

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von Agenturen

Ingolitsch legte nach dem 0:0 den Finger in die Wunde

Bild: APA/APA/ERWIN SCHERIAU/ERWIN SCHERIAU


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Nach der Nullnummer gegen den TSV Hartberg hat Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch seine Mannschaft offen kritisiert. Die Grundaussage: Seine Spieler seien vom vorgegebenen Plan abgewichen. "Wenn jeder seine Idee verfolgt und nicht die gemeinsame, kommt heraus, dass man zu harmlos ist und sich gegen so einen Block die Zähne ausbeißt", monierte Ingolitsch. Vor dem Meistergruppen-Doppel gegen den ersten Verfolger LASK schmolz der Vorsprung des Tabellenführers auf zwei Punkte.

Auf Nachfrage ging Ingolitsch dann auch genauer auf die Versäumnisse seiner Truppe ein. "Wir wollten speziell mit Diagonalverlagerungen hinter die Kette kommen. Ich habe im ganzen Spiel keinen diagonalen Pass gesehen. Wir wollten Bälle von der Halbspur in die Box bringen - habe ich das ganze Spiel nicht gesehen." Der Trainer hoffte auf einen baldigen Lerneffekt. "Nächste Woche wartet der LASK mit individuell wahrscheinlich besseren Spielern, aber mit einer ähnlichen Idee. Die haben sich gegen Salzburg auch im 5-3-2-Block reingestellt wie heute Hartberg. Da müssen wir uns gewaltig steigern."

Defensiv stabil: "Sind schwer zu schlagen"

"Wir müssen es so sehen, dass wir noch immer Erster sind", versuchte Jon Gorenc Stankovic das Glas halbvoll zu sehen. Wissend, dass sein Team nur einmal aufs Tor des Gegners geschossen hatte und der LASK dem Titelverteidiger nunmehr im Nacken sitzt. "Das werden richtig harte Spiele." Ingolitsch erklärte: "Wir haben noch kein Spiel in der Meisterrunde verloren. Also wir wissen schon, dass wir sehr schwer zu schlagen sind und das wollen wir auch beim LASK unter Beweis stellen."

Dort wird es wiederum auf Geniestreiche aus der zweiten Reihe à la Otar Kiteishvili ankommen. Anders formuliert: Die aktuell treffsicheren Stürmer haben die Linzer im Kader. Wobei Stürmer-Tore beim Meister in dieser Saison sowieso die Seltenheit sind. Seedy Jatta rackerte sich am Sonntag erneut ohne Belohnung ab, ist mit vier Treffern aber der Stürmer mit der besten Ausbeute im Kader der Grazer.

Hartberg "phasenweise das bessere Team"

In Teilen der zweiten Hälfte war Hartberg das deutlich gefährlichere Team. Nach einem Kopfball von Konstantin Schopp bauschte der Ball sogar das Sturm-Netz. Doch Referee Isa Simsek erkannte einen Schubser des Hartberg-Verteidigers gegen Jeyland Mitchell. Ähnliche Aktionen werden nicht immer als Foulspiel geahndet. Schopp beschrieb sein Verhalten im Nachgang bemerkenswert ehrlich: "Wenn ich das so sehe, im Spiel hat es sich nach mehr angefühlt. Ich weiß aber nicht, ob man das abpfeifen muss." Allerdings sagte selbst Sturm-Coach Ingolitsch: "Das pfeift nicht jeder auf der Welt."

TSV-Trainer Manfred Schmid sprach hingegen von einem klaren Tor. Und auch bei einem Handspiel von Jatta unmittelbar davor hätte Schmid gerne einen Elfmeterpfiff gehört. Unter dem Strich stand für Schmid, dessen Vertragsverlängerung weiter in der Schwebe ist, der Stolz auf einen verdienten Punkt beim Meister. "Wir haben heute nicht nur mit dem Gegner mitgehalten, wir waren phasenweise das bessere Team." Kapitän Jürgen Heil hofft auf eine Fortsetzung der Leistung gegen Rapid. "Dann werden auch die Dreier kommen." Auf Platz fünf fehlen vor dem anstehenden Rapid-Doppel weiter vier Punkte. Schmid: "Natürlich werden wir die Chance auf den Europacup nicht aufgeben."

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