Rapid nach Derby-Remis dank Kara "noch mittendrin"
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von AgenturenKaras Köpfchen hielt Rapid im Titelrennen
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Beinahe hätte ein weiterer individueller Fehler Rapid um die Früchte der Arbeit gebracht. Dank des späten 1:1-Ausgleichs im Wiener Derby dürfen die Hütteldorfer weiter von ihrem 33. Meistertitel träumen, dem ersten seit 2008. "Im Endeffekt könntest du hier als Verlierer rausgehen, und so bist du noch mittendrin", sagte Torschütze Ercan Kara. In den zwei anstehenden Duellen mit Hartberg will sich der Tabellendritte weiter an das Spitzenduo Sturm Graz und LASK herankämpfen.
Sechs Runden vor Schluss fehlen Rapid vier Punkte auf Sturm und zwei auf die Linzer. "Es ist so eng. Wenn man die anderen Spiele in der Top-6-Gruppe anschaut, kann jeder jedem Punkte wegnehmen", meinte Rapid-Trainer Johannes Hoff Thorup. "Wir müssen so scharf und fokussiert wie möglich sein." Das Remis sei wichtig. "Es wäre hart für uns gewesen, wenn wir nicht mindestens einen Punkt geholt hätten. Es macht einen Unterschied, weil wir jetzt viel mehr Positivität haben. Das können wir in die nächste Woche mitnehmen."
Am Sonntag gastieren die Grün-Weißen in Hartberg, drei Tage später ist das Schlusslicht der Meistergruppe in Hütteldorf zu Gast. "Gegen Hartberg war es beide Male nicht einfach", erinnerte Kara an ein 1:0 und ein 1:1 in den bisherigen Saisonduellen. "Aber ich bin überzeugt, dass wir, wenn wir unsere Qualitäten an den Tag legen, als Sieger vom Platz gehen und uns einen Vorteil verschaffen können." Hoff Thorup blieb vorsichtig: "Sie können jedem Gegner in den Top 6 Probleme bereiten, speziell mit ihrem Umschaltspiel."
Das Spiel mit dem Feuer
Sein Team hatte sich im Derby durch einen kapitalen Fehlpass von Romeo Amane ins Zentrum, den Kelvin Boateng zur Austria-Führung nutzte, in Bedrängnis gebracht. Grundsätzlich würden Pässe in solchen Situationen zur Spielkontrolle beitragen, erklärte Hoff Thorup. "Es geht um die Balance, nicht zu viel Risiko zu nehmen, aber so zu spielen, um ein Spiel zu kontrollieren. Es ist delikat, aber darauf fokussieren wir uns." Aus den Fehlern sollte man jedoch lernen. "Einen Sekundenbruchteil nicht konzentriert zu sein, kann alles verändern."
Bis zum Gegentor hatte Rapid das Spiel total unter Kontrolle. "Das ist ein guter Schritt in die richtige Richtung", meinte Hoff Thorup. "Natürlich sind da auch Momente, mit denen wir nicht zufrieden sein können." Man habe etwa mit einer Aktion das Momentum verloren. "Wir müssen ruhig bleiben in gewissen Situationen. Man sieht, dass wir dieses Team noch aufbauen, wir entwickeln uns. Damit sind wir noch nicht fertig."
Der Däne ist seit der Winterpause im Amt, aus den jüngsten beiden Partien gegen Sturm (0:2) und die Austria gab es nur einen Zähler. "Wir haben jetzt nicht komplett versagt oder so", betonte Kara. "Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, wir machen weiter. Davor haben wir drei Spiele wunderbaren Fußball gespielt."
Aufmunternde Worte für Kara und Amane
Er selbst rettete Grün-Weiß als "Joker" mit seinem ersten Tor in diesem Kalenderjahr. Für die englische Woche mit drei Spielen von 19. bis 26. April stellte Hoff Thorup weitere Chancen in Aussicht. "Ich bin glücklich, dass Erci getroffen hat. Das zeigt mir, dass er bereit ist." Dass er sich auf ihn verlassen könne, habe der Coach schon zuvor gewusst, versicherte Kara. "Aber es ist immer wieder mal gut, das zu bestätigen."
Teamkollege Jannes Horn lobte den groß gewachsenen Stürmer als "sehr mannschaftsdienlichen Spieler", der in jedem Training alles gebe. "Ich bin stolz, mit ihm zusammenzuspielen." Auch für Amane hatte der Deutsche nach dessen Fauxpas aufbauende Worte: "Er ist ein super Spieler, wir machen ihm gar keinen Vorwurf. Er hat eine super Karriere vor sich." Wichtig sei, das Derby nicht verloren zu haben. "Jetzt wollen wir beide Spiele gegen Hartberg gewinnen", sagte Horn. "Und dann ist immer noch alles drin."






