Ex-Rapid-Trainer Klauß nach Derby-Platzsturm im Zeugenstand
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von AgenturenRobert Klauß wurde vom Gericht als Zeuge geladen
Bild: APA/APA/MAX SLOVENCIK/MAX SLOVENCIK
Am Freitag hat der ehemalige Rapid-Trainer Robert Klauß als Zeuge im Prozess um den Platzsturm beim Wiener Derby im September 2024 am Landesgericht Wien ausgesagt. Als er damals mit seiner Mannschaft nach dem 2:0-Sieg eine Runde durch das Stadion drehte, eskalierte die Situation. Zahlreiche Rapidler stürmten auf den Platz, einer der Angeklagten klopfte Klauß auf den Rücken. Dessen Verteidigerin Pia Kern hatte den Ex-Trainer als Entlastungszeugen beantragt.
Denn ihr Mandant soll zwar auf den Platz gestürmt sein, aber um die Lage zu deeskalieren und die aufgebrachten Rapidler zu besänftigen, argumentierte Kern. "Ich kann dazu nichts sagen", sagte Klauß. Es sei plötzlich unruhig und chaotisch geworden. "Menschen sind aufs Spielfeld gestürmt", erinnerte er sich. "Wir haben gemerkt, dass wir so schnell wie möglich in die Kabine reinmüssen", erläuterte er und fügte hinzu: "Mein Job ist es, die Mannschaft zu schützen", alles andere könne er nicht bewerten. "Man merkte, hier passiert etwas, was normalerweise nicht passiert und was auch nicht passieren sollte." Für ihn persönlich sei die Situation allerdings nicht bedrohlich gewesen.
Der Angeklagte hatte an jenem Tag Geburtstag und seine Familie mit ins Stadion genommen, um ihr laut eigener Aussage zu zeigen, dass das Wiener Derby zu Unrecht als Hochrisikospiel gelte. Als es zum Platzsturm kam, sei er deswegen wütend geworden. "Früher war ich bei sowas mittendrin, aber da wollte ich schlichten", hatte er bei einem vorangegangenen Verhandlungstag gesagt. Der Mann ist mehrfach vorbestraft. Ein Urteil wird zu Mittag erwartet.
Ursprünglich 22 Angeklagte
Staatsanwältin Kristina Kamauf legte den ursprünglich 22 Angeklagten unter anderem schwere gemeinschaftliche Gewalt (§ 274 StGB), aber auch Widerstand gegen die Staatsgewalt und Sachbeschädigung zur Last. So wurden unter anderem mehrere Polizisten und Fans verletzt. 15 Platzstürmer kamen seit dem Prozessauftakt am 12. März mit einer Diversion davon. Sie mussten je 150 Euro an Verfahrenskosten und jeweils 50 Euro an symbolischer Schadensgutmachung an den SK Rapid sowie an einen verletzten Polizisten zahlen, die sich als Privatbeteiligte dem Verfahren angeschlossen hatten. Zudem wurden für sie umfassende zweijährige Stadionverbote verhängt. Vier Angeklagte wurden zu bedingten Freiheitsstrafen zwischen drei und 14 Monaten verurteilt, ein 30-Jähriger fasste 18 Monate teilbedingt aus.
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