Globale Energie- und Klimakonferenz in Wien
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von AgenturenSierra Leones Präsident Maada Bio beim Wiener Klima und Energieforum
Bild: APA/Stefan Vospernik
Spitzenpolitiker und Experten aus aller Welt sind am Donnerstag in der Wiener Hofburg zusammengekommen, um über bessere Energielösungen in Zeiten des Klimawandels zu diskutieren. Stark vertreten war dabei der Globale Süden, darunter der Präsident von Sierra Leone, Julius Maada Bio. Die Präsidentin der Marshall-Inseln, Hilda Heine, wandte sich in einer Videobotschaft an die von Österreich und der UNO-Organisation für Industrielle Entwicklung (UNIDO) ausgerichtete Konferenz.
"Die Marshall-Inseln und alle kleinen Inselstaaten sind voller Wertschätzung für diese Konferenz", sagte Heine. Es brauche nämlich internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Klimawandel, "damit keine Insel zurückgelassen wird", sagte die Präsidentin des ozeanischen Mikrostaates, der wegen des steigenden Meeresspiegels akut vom Untergang bedroht ist.
Unter den Teilnehmern des International Vienna Energy and Climate Forum (IVECF) waren auch der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow, die Außenminister von Äthiopien und Südsudan, der Wirtschaftsminister Nigerias, die Umweltminister der Seychellen und der Malediven sowie Minister mehrerer karibischer Staaten wie Belize, Barbados, Surinam und Saint Kitts and Nevis. China schickte seinen Klimasonderemissär Liu Zhemnin nach Wien. Weitere Staaten wie Brasilien, die Demokratische Republik Kongo, Burkina Faso, Kolumbien, Ägypten oder Kambodscha waren durch Staatssekretäre und Spitzenbeamte vertreten.
Werben für Sitz im UNO-Sicherheitsrat
Selbst für eine internationale Stadt wie Wien "ist es sehr selten, so eine große und diverse Gruppe von Spitzenpolitikern und Experten in einem Raum zu haben", sagte Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) bei der Eröffnung der zweitägigen Konferenz mit mehreren hundert Teilnehmern im Festsaal der Hofburg. Wie zuvor auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Videobotschaft nutzte Meinl-Reisinger die Gelegenheit, um für die Kandidatur Österreichs als nicht-ständiges Mitglied um UNO-Sicherheitsrat zu werben. Als Ratsmitglied werde Österreich den Kampf gegen den Klimawandel und für nachhaltige Energie zu ihrer Priorität machen, versprach sie.
UNIDO-Direktor Gerd Müller dankte Österreich dafür, dass es sich an einem 50 Millionen US-Dollar schweren Programm für die Entwicklung von Energiesystemen in kleinen Inselstaaten beteilige. Der frühere deutsche Entwicklungsminister betonte, dass die Lösungen für die Energie- und Klimakrise bereits existieren, aber umgesetzt werden müssen. Dabei gehe es insbesondere auch um besseren Zugang zu Krediten. Der Übergang zu grüner Energie könne in Afrika Millionen an Jobs schaffen, sagte er unter Verweis auf Solarkraftwerke.
Afrika will "nicht das Energie-Warenhaus der Welt sein"
Der Präsident von Sierra Leone will Afrika nicht auf diese Rolle allein reduziert sehen. "Wir möchten nicht das Energie-Warenhaus der Welt sein", sagte Maada Bio. Vielmehr strebe der ressourcenreiche Kontinent eine nachhaltige industrielle Entwicklung an und suche dafür Investoren.
Der turkmenische Präsident Berdymuchamedow nahm in seiner Rede die Sanktionspolitik im Energiebereich aufs Korn. Die UNO solle einen "Energiekodex" entwickeln, um einer "Politisierung" der Energieversorgung einen Riegel vorzuschieben. Alle Staaten sollen "einen freien und nicht diskriminierenden Zugang zu Energie" bekommen, forderte der Präsident des mit Russland verbündeten gasreichen Staates.
Der chinesische Spitzendiplomat Li bezeichnete sein Land als "Champion" im Kampf gegen den Klimawandel. "Wir sind bereit, alle Staaten des globalen Südens zu unterstützen", sagte er in Richtung der zahlreichen Vertreter afrikanischer, karibischer und ozeanischer Staaten im Publikum. Man müsse im Kampf gegen den Klimawandel stärker auf Marktwirtschaft statt Politik setzen. "Alle Beteiligten sollten Unilateralismus und Protektionismus zurückweisen", sagte er in Anspielung auf die US-Zollpolitik. Nur so könne nämlich ein globales Umfeld geschaffen werden, das nachhaltigen Lösungen förderlich sei.
Die Umweltministerin der Seychellen, Marie-Jay Jeremie bekannte in einer Podiumsdiskussion, dass der ostafrikanische Inselstaat derzeit "zu 96 Prozent" von fossilen Energiequellen abhängig sei. Für einen rascheren Übergang zu grünen Technologien brauche es internationale Zusammenarbeit und vor allem Zugang zu Technologien und Finanzierung, sagte Jeremie.
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