WWA-Bericht
Klimawandel: Hitze trocknet Europas Böden aus
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von Quelle: APA, JOYN NewsZEIT IM BILD 1
Landwirtschaft kämpft gegen Dürre
Videoclip • 01:47 Min
Die anhaltende Hitze und Trockenheit der vergangenen Monate hat laut einer Studie als Folge des Klimawandels die Dürre in Europa weiter verstärkt. Ausschlaggebend ist nicht allein der Niederschlagsmangel, sondern vor allem die durch Hitze dramatisch gestiegene Verdunstung, wie die Forschungsergebnisse der World Weather Attribution (WWA) aufzeigen.
Das Wichtigste in Kürze
Die anhaltende Hitze und Trockenheit haben die Dürre in Europa als Folge des Klimawandels deutlich verschärft, da die steigenden Temperaturen den Böden und Gewässern mehr Feuchtigkeit entziehen.
Die Studie warnt, dass ohne eine deutliche Senkung der Treibhausgasemissionen Dürren häufiger werden und Landwirtschaft, Wasserversorgung sowie Lebensmittelpreise zunehmend belasten.
"Trotz höherer Winterniederschläge in weiten Teilen Europas beobachten wir inzwischen bereits im Frühjahr (...) eine verstärkte Tendenz zu ungewöhnlicher Austrocknung der Böden", sagte Dominik Schumacher vom Institut für Atmosphären- und Klimawissenschaften der ETH Zürich. "Das haben wir selbst verursacht: Mit steigenden Temperaturen nimmt der "Durst" der Atmosphäre rasch zu und entzieht Flüssen, Seen, Stauseen und Böden Feuchtigkeit."
Landwirtschaftliche Bodendürren in Westeuropa sind der Studie zufolge etwa fünfmal wahrscheinlicher geworden als vor der Industrialisierung. In Osteuropa, wo trockene Bedingungen seit sechs Monaten anhalten, sei die Bodendürre etwa elfmal wahrscheinlicher, teilten die Autorinnen und Autoren mit. Niederschlagsdefizite, die früher keine Dürre ausgelöst hätten, würden heute zu Dürrebedingungen führen. In beiden Untersuchungsregionen habe der Klimawandel die Schwere der beobachteten Dürre erhöht.
Risiko steigt bei weiterer Erwärmung
"Am alarmierendsten ist, dass diese Bedingungen bereits bei einer Erwärmung von 1,4 Grad Celsius auftreten", sagte Mariam Zachariah vom Imperial College London. "Sollten die globalen Emissionen die Temperaturen wie prognostiziert auf 2,8 Grad Celsius ansteigen lassen, könnten diese intensiven Verdunstungsbedingungen doppelt so wahrscheinlich werden und Dürren wie diese zu einem regelmäßigen Ereignis machen."
Ohne rasche und entschlossene Emissionsminderungen steuere Europa "auf eine Zukunft zu, in der diese glühend heißen, trockenen Sommer immer wieder auftreten", fügte Zachariah an. Für die Studie hatten Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus zwölf europäischen Ländern Trends bei Niederschlag, Bodenfeuchte und der potenziellen Evapotranspiration (PET) - ein Maß für den "Durst" der Atmosphäre als Fähigkeit, Feuchtigkeit zu verdunsten - analysiert.
Landwirtschaft belastet
Die Forscherinnen und Forscher verweisen auf greifbare Folgen. Die Dürre belaste die Landwirtschaft erheblich. "Historische Ernteverluste (...) könnten zusammen mit den anhaltenden globalen Konflikten die Lebensmittelpreise erhöhen und Haushalte mit geringem Einkommen überproportional treffen", heißt es.
Genannt wird beispielsweise die niedrigste Maisernte Frankreichs seit 50 Jahren. Viele Länder in Europa hätten bereits Notfallbeschränkungen oder vorübergehende Verbote für nicht notwendige Nutzungen von Trinkwasser eingeführt. Das könne den finanziellen Druck erhöhen, insbesondere für einkommensschwache Haushalte.
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