Iran droht wegen Seeblockade mit Angriffen

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Bild: APA/APA/dpa/Monika Skolimowska


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Irans Militärführung hat angesichts der US-Seeblockade mit einer Wiederaufnahme von Angriffen gedroht. Sollte die Blockade die Sicherheit von iranischen Handelsschiffen und Öltankern bedrohen, werde sie einen Bruch der Waffenruhe einleiten, hieß es in einer Mitteilung des Militärs. Die Seeblockade durch das US-Militär begann am Montag. Vorgesehen ist, Schiffe zu blockieren, die einen iranischen Hafen anlaufen oder von dort kommen. Indes gab es weitere Vermittlungsbemühungen.

Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein, teilte das US-Militär mit. Die Durchfahrt durch die Straße von Hormuz ohne iranischen Start- oder Zielhafen bleibe davon unberührt.

Nach vorerst gescheiterten diplomatischen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hatte US-Präsident Donald Trump am Sonntag die Seeblockade angekündigt. Trump will verhindern, dass Teheran Gebühren von Reedereien für die Passage durch die Meerenge erhebt, und zugleich die Öleinnahmen des Landes treffen.

Unterdessen berieten der Vizepräsident der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Mansour bin Zayed Al Nahyan, und der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf der staatlichen Nachrichtenagentur WAM zufolge über eine Deeskalation des Konflikts. Das seltene Telefonat fand vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen statt. Die VAE verurteilten iranische Attacken auf Golfstaaten als Terrorakte und forderten eine bedingungslose Öffnung von Hormuz.

Pakistans Premier reist zu Vermittlern

Unterdessen brach Pakistans Premier inmitten von Spekulationen über weitere Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA in Islamabad zu einer mehrtägigen Reise in andere Vermittlerstaaten auf. Premierminister Shehbaz Sharif reise nach Saudi-Arabien, Katar und in die Türkei, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Die viertägige Reise beginne am Mittwoch in Saudi-Arabien mit bilateralen Gesprächen. Auch in Katar seien Gespräche geplant.

In der Türkei will Sharif am fünften Diplomatieforum von Antalya teilnehmen und sich mit Präsident Recep Tayyip Erdogan sowie anderen Staatschefs treffen. Saudi-Arabien, Katar und die Türkei sind in den Vermittlungen zwischen den Kriegsparteien eingebunden.

Nach den Worten von Erdogan will sich Ankara für eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran einsetzen. Die Türkei arbeite daran, die Spannungen abzubauen und die Fortsetzung von Gesprächen zu sichern, sagte Erdogan vor Abgeordneten in Ankara. Die Angriffe Israels auf den Libanon schadeten den Friedenshoffnungen. Das durch die Waffenruhe geschaffene Zeitfenster müsse genutzt werden, erklärte Erdogan weiter.

Erste Verhandlungen des Iran und der Vereinigten Staaten in Islamabad waren am vergangenen Wochenende zunächst gescheitert. Aus pakistanischen Diplomatenkreisen heißt es seither, man arbeite an weiteren Gesprächen. Die mehrtägige Reise des Premiers spricht jedoch gegen eine schnelle weitere Verhandlungsrunde in Islamabad.

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