Lehár-Festival Bad startet heuer mit "Boccaccio"

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Das Kongress und Theaterhaus in Bad Ischl

Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL


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Mit "Boccaccio" von Franz von Suppè, dem Operetten-Klassiker "Gräfin Mariza" von Emmerich Kálmán und der Rarität "Der Göttergatte" geht das Lehár Festival Bad Ischl heuer in seine 65. Spielsaison. 34 Aufführungen stehen von 11. Juli bis 30. August im Kongress & TheaterHaus Bad Ischl am Programm, hinzu kommt ein breites Rahmenprogramm. Am Donnerstag gab es in einer Pressekonferenz erste Einblicke.

Im Vorjahr habe man mit 26.400 verkauften Tickets und 82,7 Prozent Auslastung einen Rekord eingefahren, so Präsidentin Brigitte Stumpner. Dort wolle man auch heuer wieder hin - wissend, dass "die Bäume nicht in den Himmel wachsen" und das ein ambitioniertes Ziel sei. Aber: "Die totgesagte Operette kann nicht tot sein, weil wir jedes Jahr mehr Leute dafür begeistern können", geht das Team rund um Intendant Thomas Enzinger sehr zuversichtlich in die Saison. Der Vorverkauf laufe vielversprechend, berichtete Stumpner, für die "Gräfin Mariza" habe man bereits einen Zusatztermin auflegen müssen. Das Festival verfügt über ein Budget von zwei Millionen Euro, rund ein Viertel davon komme aus Förderungen von Bund, Land und Stadt Bad Ischl, rechnete sie vor.

"Boccaccio" als "Plädoyer an Eigenverantwortung und Humanismus"

Erste Premiere ist am 11. Juli "Boccaccio". Das Stück ist für Enzinger ein "Plädoyer an Eigenverantwortung und Humanismus". Der Intendant wird selbst inszenieren, die musikalische Leitung liegt in den Händen von Christoph Huber. Christina Sidak wird die als Hosenrolle angelegte Figur des Dichters Boccaccio spielen - "Witz, Selbstironie und Lebensfreude" mache den Part für sie zu einer besonderen Rolle, sagte sie in der Pressekonferenz. In das Stück einfließen werden die Novellen aus Boccaccios "Decamerone", gab Dramaturgin Jenny Gregor erste Einblicke in das Konzept. "Wir reden von einem Dichter, dessen Werke verbrannt werden. Weil man ihn selbst nicht verprügeln kann, trifft es seine Bücher." Die große Herausforderung für das Festival mit seiner relativ kleinen Bühne liege in der großen Besetzung des Stücks.

Heutige "Gräfin Mariza" als "Cash Cow"

Als "ein bisschen öfter gespielt, aber deshalb nicht unspannender", beschreibt Enzinger die zweite Produktion: Die "Cash Cow des Festivals" - so die Regisseurin - ist heuer "Gräfin Mariza", inszenieren wird Angela Schweiger. Als musikalischer Leiter steht ihr Marius Burkert zur Seite, Premiere ist am 18. Juli. Man werde versuchen, auch bei dieser Produktion zu zeigen, dass Operette ein "heutiges Genre" sein könne, ohne den Kern der Stücke zu vergessen, so Enzinger. Schweiger will den Frauenfiguren einen modernen, selbstbestimmten Anstrich geben und die ungarische Folklore nicht nur "als nostalgische Postkarte" zeigen. Im Grunde sei das Stück nach wie vor aktuell, Stichwort "Wer zahlt, schafft an", meinte sie.

Dirigent Marius Burkert wird neben der "Mariza" auch die dritte Produktion in diesem Jahr musikalisch leiten, die in der Mythologie angesiedelte Lehár-Rarität "Der Göttergatte", die am 14. August Premiere hat. Die Regie der halbszenischen Produktion liegt in den Händen von Paul Schweinester. Er hat einen zeitgenössischen Zugang, wie er sagt, und will dem mythischen Stoff eine Vorgeschichte geben. Neben den Aufführungen erwartet das Publikum ein breites Rahmenprogramm - von einem Operetten-Symposium bis zum "Boccaccio für Kinder".

(S E R V C E - Karten und Infos unter www.leharfestival.at)

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