Marokko und Österreich stärken strategischen Dialog
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von AgenturenMeinl-Reisinger und Bourita unterzeichneten eine Vereinbarung zur Stärkung des strategischen Dialogs
Bild: APA/APA/AUSSENMINISTERIUM/MICHAEL GRUBER
Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) und der marokkanische Außenminister Nasser Bourita haben am Mittwoch in Wien eine Vereinbarung über einen strategischen Dialog zwischen Österreich und Marokko unterzeichnet. Details zum Inhalt der Vereinbarung sind bisher nicht bekannt. Meinl-Reisinger sprach von einem "weiteren Schritt" einer "ausgezeichneten Partnerschaft".
"In der neuen Welt-un-ordnung brauchen wir starke Partnerschaften für unsere Sicherheit, unsere Wirtschaftschancen und Kooperation bei Migration. Mit Marokko haben wir eine ganz ausgezeichnete Partnerschaft", sagte Meinl-Reisinger. "Heute vertiefen wir unsere Partnerschaft mit einem Bekenntnis zum strategischen Dialog," unterstrich sie. Bourita ergänzte: "Selbst wenn man geografisch weit voneinander entfernt ist: Wenn ein gutes und solides Verständnis füreinander besteht, kann man Ergebnisse für die eigene Bevölkerung und für die Region erzielen".
Marokko ist wichtiger Exportmarkt für heimische Unternehmen
Wirtschaftlich gilt Marokko für Österreich als drittwichtigster Exportmarkt in Afrika. Wie die Wirtschaftskammer im Oktober 2025 berichtete, stiegen österreichische Ausfuhren nach Marokko im Jahr 2024 entgegen dem weltweiten Trend um 16 Prozent. Das Exportvolumen betrug im ersten Halbjahr 2025 bereits um rund 23 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Österreichische Exporteure würden sich zunehmend für den marokkanischen Markt interessieren.
"Marokko ist aber nicht nur Wirtschaftspartner. Wir haben auch ein gemeinsames Interesse daran, Sicherheit und Stabilität zu fördern und irreguläre Migration zu bekämpfen. Wir schätzen die Kooperation mit Marokko in diesem Bereich. Denn: Entwicklungen in Afrika betreffen auch unsere sicherheitspolitischen und wirtschaftlichen Interessen," sagte Meinl-Reisinger.
Im Februar 2023 hatten die beiden Länder bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Zusammenarbeit bei Handelsfragen und dem Kampf gegen irreguläre Migration umfasste. Im September 2024 folgte ein Staatsvertrag zur Überstellung verurteilter Personen.
Diplomatische Beziehungen seit über 240 Jahren
Österreich und Marokko pflegen seit mehr als 240 Jahren diplomatische Beziehungen. 1783 schlossen Kaiser Joseph II. und der marokkanische Botschafter Mohamed bin Abdelmalik in Wien einen Freundschaftsvertrag ab. "Damals haben wir einen Vertrag über Handel und Frieden abgeschlossen. Was könnte passender sein in Zeiten, in denen die Welt instabil ist, als sich darauf zu besinnen, was wirklich wesentlich ist?" sagte Meinl-Reisinger. Aus Sicht von Bourita würden bilaterale Beziehungen der zwei Länder "auf gemeinsamen Werten und Interessen" beruhen.
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