Netanyahu will angeblich Libanons Präsidenten anrufen
Veröffentlicht:
von AgenturenLibanons Präsident Aoun weiß nichts von einem Telefonat mit Netanyahu
Bild: APA/APA/Lebanese Presidency Press Office/-
Israels Premier Benjamin Netanyahu wird laut einer Ministerin am Donnerstag mit Libanons Staatspräsident Joseph Aoun telefonieren. Dies sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender. Aus dem Büro Aouns hieß es jedoch, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch. Aoun bezeichnete am Donnerstag die von seinem Land geforderte Waffenruhe als "natürlichen Ausgangspunkt für direkte Verhandlungen".
Dies teilte er nach einem Treffen mit dem britischen Außenamtsstaatssekretär für den Nahen Osten, Hamish Falconer, mit. Pläne für ein Gespräch mit dem israelischen Ministerpräsidenten Netanyahu erwähnte Aoun dabei nicht. Ein israelischer Rückzug sei ein "grundlegender Schritt zur Festigung der Waffenruhe", damit libanesische Truppen in den Süden des Landes verlegt werden könnten, erklärte der Präsident weiter.
Trumps Ankündigung sorgte für Verwirrung
US-Präsident Donald Trump hatte für Donnerstag Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon angekündigt. Er wolle eine "kleine Atempause zwischen Israel und dem Libanon schaffen", schrieb Trump am Mittwoch (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Man sei sich keiner neuer, bevorstehender Kontakte zu Israel bewusst, ließ die libanesische Regierung daraufhin wissen.
Die "Anführer" beider Länder würden erstmals seit rund 34 Jahren miteinander sprechen, teilte Trump mit, ohne Angaben zu den Teilnehmern zu machen oder weitere Details zu nennen. "Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!" Erstmals seit mehr als drei Jahrzehnten hatten diplomatische Vertreter Israels und des Libanon am Dienstag in Washington direkte Gespräche geführt. Das Treffen endete ohne konkrete Ergebnisse.
Israel und der Libanon unterhalten bisher keine offiziellen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand. Seit Beginn des Kriegs Israels und der USA gegen den Iran Ende Februar hat die pro-iranische, libanesische Schiitenmiliz Hisbollah ihre Angriffe auf Israel wieder verstärkt. Israel flog daraufhin massive Luftangriffe auf Ziele im Libanon und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Es gehe darum, zu versuchen, "etwas Luft zwischen Israel und dem Libanon zu schaffen", schrieb Trump. Wen genau Trump mit den "Anführern" beider Länder meint, geht aus seinem Post nicht hervor. Der libanesische Ministerpräsident ist Nawaf Salam, sein israelischer Kollege ist Netanyahu. Aouns israelischer Amtskollegen als Präsident ist Isaac Herzog.
Aus libanesischen Regierungskreisen hieß es am Donnerstag in der Früh, man habe von dem geplanten Gespräch selbst erst aus den Medien erfahren.
Israel fordert Entwaffnung der Hisbollah
Man führe Verhandlungen mit dem Libanon, sagte Netanyahu laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend. Dabei gehe es um zwei zentrale Ziele, erklärte der Ministerpräsident: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz "und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke." Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem andauernden Krieg zwischen Israel und der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanon erreichen.
Das israelische Sicherheitskabinett wollte laut Medienberichten am selben Abend über eine Waffenruhe beraten, die Sitzung sei aber ohne Beschluss beendet worden, schrieb "Axios"-Reporter Barak Ravid auf der Plattform X. Die Hisbollah ist nicht nur eine Miliz, sondern als Partei auch ein maßgeblicher, politischer Faktor im Libanon.
Israelis zerstören letzte Brücke zwischen Südlibanon und Rest des Landes
Ein israelischer Angriff hat unterdessen die letzte Brücke zwischen dem Südlibanon und dem Rest des Landes gekappt. Das Bauwerk sei "zertrümmert" worden, sagte ein hochrangiger libanesischer Sicherheitsvertreter am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Eine Reparatur sei ausgeschlossen.
Mehr entdecken

Österreich öffnet die Tore für Bollywood

Vienna City Marathon: Die Wiener Symphoniker sportiv

EU-Studie bestärkt SPÖ und Attac für Vermögensbesteuerung

Crossing Europe: Blick auf Familiengeschichten und 1980er

Papst: "Welt wird von Handvoll Tyrannen zerstört"

Hauskauf und Smartwatch abermals Thema im U-Ausschuss
