Papst ruft in Kamerun zu Aussöhnung auf
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von AgenturenPapst Leo verabschiedet sich von algerischem Präsidenten Tebboune
Bild: APA/APA/VATICAN MEDIA/HANDOUT
Papst Leo XIV. hat auf der zweiten Station seiner Afrika-Reise in Kamerun zu Frieden und Aussöhnung aufgerufen. In dem zentralafrikanischen Land hätten verschiedene Konflikte bereits "tiefes Leid" verursacht, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in der Hauptstadt Jaunde. Ausdrücklich mahnte Leo auch die Regierung von Präsident Paul Biya, sich um Frieden zu bemühen. Wörtlich sagte er: "Frieden liegt in der Verantwortung aller, angefangen bei den staatlichen Behörden."
Leo kam zu Beginn seines dreitägigen Aufenthalts mit Biya zusammen, der in Kamerun als einer der dienstältesten Staatschefs der Welt seit mehr als vier Jahrzehnten an der Macht ist. In dem ehemaligen deutschen Kolonialgebiet herrscht seit 2017 ein blutiger Konflikt mit Tausenden Toten zwischen der französischsprachig dominierten Regierung und Separatisten in den englischsprachigen Regionen. Zudem gibt es im muslimisch geprägten Norden Angriffe islamistischer Terrorgruppen.
Leo: Staat soll Brücken bauen, nicht spalten
Angesichts weit verbreiteter Korruption mahnte der Papst in einer Rede im Präsidialamt auch Transparenz im Umgang mit öffentlichen Mitteln sowie Rechtsstaatlichkeit an. Die öffentlichen Behörden sollten "als Brücken dienen, niemals als Quellen der Spaltung". Dies sei "unerlässlich, um Vertrauen wiederherzustellen". Ausdrücklich rief er dazu auf, die Zivilgesellschaft wie Vereine, Frauen- und Jugendorganisationen und Gewerkschaften einzubeziehen.
Zu den Problemen des Landes gehören auch eine zerfallende Infrastruktur sowie hohe Jugendarbeitslosigkeit. Schätzungen zufolge leben rund 40 Prozent der 30 Millionen Einwohner in Armut. Opposition, Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt.
Christen in ehemaligem deutschen Kolonialgebiet in Mehrheit
Mit Blick auf die Terroranschläge islamistischer Gruppen warnte Leo vor dem "Gift des Fundamentalismus". Mehr als die Hälfte der Bevölkerung bekennt sich in Kamerun zum Christentum. Dem katholischen Glauben gehört etwa ein Viertel an. Freikirchen gewinnen an Zulauf. Zum Islam bekennen sich etwa 20 Prozent.
Leo ist seit Mai vergangenen Jahres Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken. Erste Station seiner insgesamt elftägigen Reise war Algerien. Weitere Stationen sind Angola und Äquatorialguinea. Der Pontifex kehrt am Donnerstag nächster Woche nach Rom zurück.
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