PSG und Atletico im Glück - Schwere Zeit für Liverpools Slot
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von AgenturenDembele war im Liverpooler Regen wieder zur Stelle
Bild: APA/APA/AFP/FRANCK FIFE
Paris Saint-Germain hat die Titelverteidigung in der Champions League im Blick, Atletico Madrid steht erstmals seit neun Jahren im Halbfinale. Jubelten die Franzosen beim 2:0 in Liverpool dank Doppeltorschütze Ousmane Dembele, konnten sich Antoine Griezmann und Co. vor heimischer Kulisse feiern lassen. Das 1:2 gegen Barcelona reichte zum Aufstieg, die Katalanen wollen sich nun mit dem Gewinn der spanischen Meisterschaft trösten. Liverpool droht indes ein bitteres Saisonfazit.
Für den schwer angeschlagenen Arne Slot - im Vorjahr noch Liverpools Meistermacher - könnte die Amtszeit an der Merseyside bald enden. "Meiner Meinung nach hätten wir gewinnen müssen. Aber es liegt auch an der Qualität von Paris, dass sie trotz all unserer Chancen kein Gegentor kassiert haben", erklärte der Niederländer. Wieder einmal in dieser Saison habe sein Team viele Chancen nicht nutzen können, meinte der 47-Jährige. Auch ein vermeintlicher Elferpfiff wurde nach Einspruch des VAR zurückgenommen.
Slot wehrt sich nach Kritik
Slot wurde unmittelbar nach dem Abpfiff harsch von den britischen Fußball-Experten für seine Aufstellung kritisiert. Der überraschend von Beginn an aufgebotene Alexander Isak wurde in der Pause wieder ausgetauscht. Slot verteidigte den Einsatz des Schweden, den Beobachter nach seinem Wadenbeinbruch im Dezember noch nicht voll fit sahen. "Wenn ich gedacht hätte, er sei nicht bereit, hätte ich ihn nicht aufgestellt", betonte der Liverpool-Coach.
Seine so erfolgreich angelaufene Ära könnte im Sommer wieder enden. Der ehemalige Liverpool-Profi Xabi Alonso gilt als Kandidat auf die Nachfolge. In der Premier League muss der regierende Meister nun danach trachten, den Startplatz für die kommende Champions League abzusichern. "Das wäre die Mindestanforderung für Liverpool", meinte Verteidiger Ibrahima Konate. Nicht dabei helfen kann Hugo Ekitike. Beim französischen Nationalstürmer besteht der Verdacht auf einen Achillessehnenriss und damit auch das WM-Aus. Der 23-Jährige war nach einer halben Stunde im Rasen hängen geblieben, er wurde auf einer Trage vom Feld gebracht.
Luis Enrique: Titelverteidigung schwer
Fehlte Liverpool ein Torjäger, hatte PSG mit Ousmane Dembele den entscheidenden Mann in seinen Reihen. Der Weltfußballer beendete die Hoffnungen der Hausherren in der 73. Minute und legte im Finish noch nach. Dass der Titelträger eine kritische Phase in der zweiten Halbzeit überstand, sah Kapitän Marquinhos als Pluspunkt. "Wir sind stark geblieben. Man sieht, dass das Team reifer geworden ist", sagte der Brasilianer, der seine Elf in der ersten Halbzeit selbst sehenswert vor einem Gegentor gerettet hatte.
Für Trainer Luis Enrique bleibt die Titelverteidigung in der Königsklasse weiter ein schwieriges Unterfangen. "Aber wir sind noch immer hier und wollen das Beste herausholen." Seine Mannschaft habe großes Selbstvertrauen, hielt der Spanier fest. Das soll auch gegen den Halbfinal-Gegner helfen, der entweder Real Madrid oder Bayern München heißt. Einen Wunschgegner hat Enrique nicht. "Wenn ich jetzt einen Namen sage, spielen wir gegen das andere Team", scherzte er. Es spiele keine Rolle.
Im Estadio Metropolitano von Madrid ließ sich ein Franzose nach Schlusspfiff noch einmal feiern. Der 35-jährige Antoine Griezmann will vor seinem Abschied im Sommer mit seinem Langzeitclub noch einmal den ganz großen Titel holen. Ein Ziel, auf das auch Diego Simeone im 15. Jahr als Atletico-Trainer hinarbeitet. "Es ist egal, gegen wen wir spielen, solange wir noch dabei sind und unsere Form halten", sagte Griezmann. Arsenal oder Sporting Lissabon warten im Halbfinale. Schon am Samstag könnte sich Atletico im Finale der Copa del Rey gegen Real Sociedad zum spanischen Cupsieger küren. Seit fünf Jahren warten die "Colchoneros" auf einen Titel.
Barcelona "fantastisch", aber glücklos
Barcelona wird die Champions League auch heuer nicht gewinnen. Lamine Yamal und Ferran Torres egalisierten den 0:2-Rückstand nach dem Hinspiel in einer fulminanten ersten halben Stunde, nach Atleticos Tor von Ademola Lookman konnten sich die Katalanen für ihren Sturmlauf aber nicht mehr belohnen. Ein weiterer Treffer von Torres wurde aufgrund einer Abseitsposition aberkannt. Eric Garcia sah noch vor der Schlussphase der Partie nach einem Foul als letzter Mann Rot. Eine Entscheidung, die vor allem den verletzten Raphinha erzürnte. Der Brasilianer sprach von "Diebstahl". "Es ist schwer, wenn du merkst, du musst dreimal so hart arbeiten, um ein Spiel zu gewinnen."
Trainer Hansi Flick hielt sich im Unterschied zum Hinspiel mit Kritik an den Unparteiischen zurück. Lieber lenkte der 61-Jährige den Blick auf das Positive: "Es wäre vielleicht gut für Sie, wenn ich mich dazu äußern würde, aber ich werde es nicht tun. Wir haben ein fantastisches Spiel gemacht. Wir hatten einfach Pech." Seine Mannschaft habe viele Chancen vergeben, meinte Flick. "Die Champions League zu gewinnen, ist ein Traum. Nächste Saison werden wir besser sein", versprach der Deutsche.
Das Fundament für erfolgreichere nächste Kampagnen steht. Nicht nur im 18-jährigen Jungstar Yamal schlummert noch mehr Potenzial. Mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren und 347 Tagen stand die jüngste Barça-Startelf in einem K.o.-Spiel in der Champions League auf dem Platz. Mit dem spanischen Meistertitel kann der Club die Saison noch versöhnlich abschließen. Bei sieben ausstehenden Runden hat Flicks Mannschaft neun Punkte Vorsprung auf Real Madrid. Den spanischen Supercup hatte Barcelona Anfang Jänner gegen Real gewonnen.
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