"Perla" beim Österreichischen Filmpreis als Favorit
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von AgenturenAlexander Dumreicher-Ivanceanu forderte erneut Streaming-Abgabe
Bild: APA/APA/Sonja Harter
Als großer Favorit geht Alexandra Makarovás Drama "Perla" mit 13 Nominierungen am 18. Juni in die Verleihung des Österreichischen Filmpreises. Auf Platz 2 folgt Adrian Goigingers Trauerfilm "Vier minus drei" mit acht Nennungen. Die Bekanntgabe der Nominierten am Mittwoch im Wiener Ringturm durch die Akademie des Österreichischen Films geriet auch zum Appell an die politisch Verantwortlichen, in Zeiten von Streaming und Künstlicher Intelligenz die kreative Arbeit zu schützen.
Faris Rahoma, Obfrau-Stellvertreter der Akademie des Österreichischen Films, freute sich über den diesjährigen Einreichrekord von 23 Spielfilmen, 34 Dokumentarfilmen und 16 Kurzfilmen. Die Verleihung findet heuer erneut in den Wiener hq7-Studios statt. Durch den Abend führen diesmal Julia Edtmeier und Alexander Pschill. Bei der Verleihung in 17 Preiskategorien konkurriert in der Sparte Bester Spielfilm "Perla" mit Goigingers "Vier minus drei", der an den Kinokassen erfolgreichen Verfilmung von Barbara Pachl-Eberharts Autobiografie über den Verlust ihrer Familie, sowie Johanna Moders Psychothriller "Mother's Baby" und Elsa Kremsers und Levin Peters "White Snail".
Dokumentarfilmkategorie mit "Girls & Gods" und "Noch lange keine Lipizzaner"
Mit jeweils zwei Nominierungen gehen die Dokumentarfilme "Girls & Gods" von Arash T. Riahi und Verena Soltiz über die diskussionsfreudige Femen-Aktivistin Inna Schewtschenko sowie "Noch lange keine Lipizzaner" von Olga Kosanović über gesetzgeberische Gemeinheiten am Weg zu ihrer Einbürgerung ins Rennen. Sie konkurrieren in der Dokumentarfilmsparte gegen "Austroschwarz" von Mwita Mataro und Helmut Karner und "Die letzte Botschafterin" von Natalie Halla.
Wer für die beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet wird, entscheidet sich unter drei Produktionen, die auch im Rennen um den besten Spielfilm sind. Hier konkurrieren Marie Leuenberger ("Mother's Baby"), Rebeka Poláková ("Perla") und Valerie Pachner ("Vier minus drei") um die Trophäe. Ähnlich sieht das Feld auch bei den Männern aus: Hier sind Sahidur Rahaman ("Happy"), Hans Löw ("Mother's Baby"), Simon Schwarz ("Perla") und Mikhail Senkov ("White Snail") nominiert. Unter dem Preis für die beste Regie gilt es eine Entscheidung zwischen Olga Kosanović für "Noch lange keine Lipizzaner", Alexandra Makarová für "Perla" und Adrian Goiginger für "Vier minus drei" zu treffen.
Appell zur Absicherung des heimischen Filmschaffens in schwierigen Zeiten
Katharina Albrecht, Geschäftsführerin der Akademie des Österreichischen Films, freut sich einerseits über das Rekordjahr der Einreichungen, blickt aber mit Besorgnis in die nähere Zukunft. "In Zeiten wie diesen, wo die KI gefürchtet, verteufelt und heiß begehrt wird, müssen wir uns damit beschäftigen. Das betrifft jede Branche und jeden Bürger, jede Bürgerin. Die Regierungen sind hier aufgerufen, den Schutz ihrer Bürger wahrzunehmen", sagte sie im Rahmen der Bekanntgabe.
Alexander Dumreicher-Ivanceanu, Obmann des Fachverbands der Film- und Musikwirtschaft, pochte angesichts der laufenden Budgetverhandlungen weiter auf eine Streamingabgabe. "Es geht jährlich um 600 Mio. Euro, die Streamingplattformen hier erwirtschaften, davon fließen rund 599 Mio. Euro ab. Da muss ein fairer Anteil zurück in den österreichischen Film fließen", unterstrich er in seinem Statement.
Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) hielt fest, dass Künstlerinnen und Künstler und Politik einander "mehr denn je brauchen" und lobte Kulturminister Andreas Babler (SPÖ) für seine Bemühungen, Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu finden. Babler habe sich "wirklich committet". Theresia Niedermüller, Leiterin der Kunst- und Kultursektion, erinnerte daran, dass es der Film im "Parallelangebot der bewegten Bilder" zunehmend schwieriger habe, weshalb der Österreichische Filmpreis "ein wesentliches Element für die Strahlkraft und Breitenwirksamkeit" sei. In der aktuellen kulturpolitischen Debatte um die Stärkung der Filmbranche gelte es, die nötigen Rahmenbedingungen für die Zukunft zu schaffen.
(S E R V I C E - www.oesterreichische-filmakademie.at/filmpreis)
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