Saison 26/27: Symphoniker arbeiten am Limit, aber glücklich
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von AgenturenPetr Popelka freut sich auch auf die Saison Nr. 3 bei den Symphonikern
Bild: APA/APA/EVA MANHART/EVA MANHART
"Es läuft wirklich richtig gut" - Selten hört man dieser Tage einen derart optimistischen Kulturmanager wie Jan Nast als Intendant der Wiener Symphoniker. Der gebürtige Berliner präsentierte gemeinsam mit dem seit zwei Jahren amtierenden Chefdirigenten Petr Popelka nun die Pläne des Orchesters für die Saison 2026/27. Und beide zeigen sich beglückt von der Entwicklung der Symphoniker. "So eine positive Stimmung habe ich noch nie erlebt in einem Orchester", freute sich Popelka.
Auf Müßiggang ist die gute Laune dabei offenbar nicht zurückzuführen. Man habe die Arbeitsbelastung in den vergangenen Jahren extrem verdichtet, unterstrich Nast, wobei Popelka zustimmte: "Die Musiker arbeiten am Limit - aber sie machen das gerne, weil sie einen Sinn darin sehen." So werden die in den vergangenen Jahren etablierten Spezialformate wie die Beisl-Konzerte oder das Prater-Picknick, das Konzert zum Vienna City Marathon, das Frühlingsfestival Primavera da Vienna in Triest oder das Kammermusikprojekt Hör-Bar neben den großen Zyklen im Musikverein Wien und im Konzerthaus fortgeführt.
Den Wiener Advent begeht man am 16. Dezember wieder im Stephansdom, während man beim Format Cinema:Sound diesmal Hollywoodlegende Danny Elfman begrüßt. Und drei Produktionen wird man erneut im Musiktheater an der Wien musikalisch gestalten, während man auch in der neuen Saison wieder zu den Bregenzer Festspielen reist.
Chefdirigent Popelka mit eigener Komposition
Popelka arbeitet auch in der neuen Saison daran, den begonnenen Mahler-Symphonien-Zyklus mit der 5. und der 9. zu vollenden. Einen kleinen Schwerpunkt legt man auch auf Jahresjubilar Beethoven, und ebenso hat man neuere Arbeiten im Talon, wenn Popelka etwa Samuel Barber ins Zentrum rückt, beim Schönberg-Geburtstagskonzert "Happy Birthday, Arnold!" am 13. September aber mit "Dunkelsang" auch eine von ihm selbst geschriebene Komposition intoniert. Und am 5. März 2027 bringt der Maestro mit Toshio Hosokawas neuem Klavierkonzert erstmals in seiner Amtszeit eine Uraufführung zu Gehör.
Aber obgleich bei 50 Konzerten der Chef persönlich am Pult steht, muss Popelka das Programm selbstredend nicht alleine bestreiten. 30 Dirigenten und Dirigentinnen werden über die Saison hinweg das Orchester führen. Während man mit Veteranen wie Philippe Jordan, Manfred Honeck oder Ádám Fischer altbewährt kooperiert, hat man dabei auch einige Pultdebütanten im Talon, darunter etwa Shootingstar Maxime Pascal oder Riccardo Minasi. Vor allem aber übernimmt Elim Chan von Marie Jacquot die Stelle der Ersten Gastdirigentin, die nun zum "Artistic Partner" sprachlich hochgejazzt wird. Die 39-jährige Chinesin wird Kompositionen von Sofia Gubaidulina, Alfred Schnittke oder Benjamin Britten gestalten.
Insgesamt 177 Konzerte werden die Symphoniker in der kommenden Saison spielen, wobei man als Solistinnen und Solisten Stars wie die Pianomagier Yuja Wang und Rudolf Buchbinder, Violindoyen Gidon Kremer oder die Cellistin Julia Hagen erwartet. Die Eröffnung feiert man dabei am 25. September - stilecht am Badeschiff, will man sich doch weiterhin nicht von Zwängen und Konventionen einengen lassen. Schließlich sei man damit europaweit für viele Orchester zum Vorbild geworden. "Wir werden viel kopiert - und das ist schön!", freute sich Jan Nast.
(S E R V I C E - www.wienersymphoniker.at/ )






