Schauspielhaus Salzburg: "Echt Jetzt" in der Spielzeit 26/27
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von Agenturen"Echt Jetzt", heißt es 2026/27 im Schauspielhaus Salzburg
Bild: APA/APA/Schauspielhaus Salzburg
Mit dem Motto "Echt Jetzt" stellt sich das Schauspielhaus Salzburg in der kommenden Spielzeit dem Hinterfragen von Wahrheiten und Identitäten. "Es ist eine Einladung und ein Versprechen zugleich", sagte Sophia Aurich, die mit Alexander Kratzer die künstlerische Leitung des Theaters innehat, am Montag bei der Präsentation des Spielplans für die Saison 2026/27. Das Theater könne ein Ort sein, in dem man sich der Komplexität der Gegenwart stelle, ohne die Hoffnung zu verlieren.
Eröffnet wird die Spielzeit mit einer Neuinszenierung von Shakespeares "Was ihr wollt". Jenem Stück, mit dem vor 30 Jahren die Übersiedlung des damals noch Elisabethbühne heißenden Schauspielhauses in den Petersbrunnhof erfolgte. "Wir halten es für eine der besten Komödien Shakespeares", sagte Kratzer, der "Was ihr wollt" selbst inszenieren wird. Für den 12. September ist ein Festakt anlässlich des 30-Jahr-Jubiläums im Petersbrunnhof geplant. Mit einer Uraufführung wartet das Schauspielhaus im September auf: "Doppelt gemoppelt" von Manfred Schild sei eine Verwechslungskomödie, die sich pointiert mit dem Selbstoptimierungswahn unserer Gesellschaft auseinandersetze, kündigte Aurich an. Das Stück wurde 2025 mit dem Österreichischen Komödienpreis Porcia ausgezeichnet.
Klassische Stoffe und Stückentwicklungen
Das Programm stützt sich auf sieben Säulen: Klassiker Today, Österreich, Vergessene Diamanten, Neue Dramatik, Komödien, Uraufführungen & Stückentwicklungen sowie Dramatik für Junge. Zu den vergessenen Diamanten gehört für das Schauspielhaus-Team "Der blinde Passagier" von Maria Lazar. Es geht um eine Fluchtgeschichte, die sich mit individueller und kollektiver Verantwortung auseinandersetzt. "Das Stück ist von erschütternder Aktualität", sagte Dramaturgin Julia Thym.
Mit "Ernst ist das Leben (Bunbury)" in einer Fassung von Elfriede Jelinek, "Orlando" in einer Bühnenfassung von Thym oder "Biedermann und die Brandstifter" stehen weitere klassische Stoffe auf dem Spielplan. "The Sound of Salzburg" sei eine Stückentwicklung, für die erneut der Regisseur Felix Hafner gewonnen werden konnte. Er hatte in der noch laufenden Saison "Cash" als "monetäre Stückentwicklung" auf die Bühne gebracht. Ausgehend von der Aufgabe, eine neue Version von "The Sound of Music" zu schreiben, gehe es dieses Mal auch um Fragen von Image und Overtourism, meinte Kratzer. Eine weitere Uraufführung ist mit "under the influence oder: die rückkehr der bakchen" von Natalie Baudy geplant. Mit "Elisabeth" von Mareike Fallwickl kommt ein aktuelles Stück einer Salzburger Autorin auf die Bühne. Kinder und Jugendliche werden mit "Alex, die Piratenratte" oder einer Bühnenfassung von "Der liebe Herr Teufel" von Christine Nöstlinger angesprochen.
Das Leitungsteam, dessen zweite Spielzeit im September beginnt, hat in den vergangenen Monaten neue Formate - wie den Salon Populaire - ausprobiert. Dieser Raum für Experimentelles komme beim Publikum gut an und werde weitergeführt, sagte Aurich. Die Auslastungszahlen seien mit rund 70 Prozent stabil, betonte Kratzer. Bei rund 1.300 Abonnements verzeichnete das Schauspielhaus in der laufenden Saison einen Anstieg beim Verkauf der Einzelkarten. "Die Menschen gehen spontaner ins Theater", konstatierte Kratzer.
(S E R V I C E: www.schauspielhaus-salzburg.at )
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