Schauspielhaus Wien: 500 Unterschriften gegen Neubestellung

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von Agenturen

Sara Ostertag wurde vergangene Woche als neue Leiterin präsentiert

Bild: APA/APA/TOBIAS STEINMAURER/TOBIAS STEINMAURER


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Die jüngst erfolgte Bestellung von Sara Ostertag zur neuen Leiterin des Schauspielhauses Wien ab der Saison 2027/28 in "struktureller Partnerschaft" mit ihrem TEATA sorgt weiterhin für Aufregung. Am Dienstag ging ein von über 500 Personen unterzeichneter Offener Brief mit einer Solidaritätsbekundung mit dem derzeitigen Leitungsteam an Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ). Gefordert wird: "Das Schauspielhaus Leitungs-Team muss bleiben."

Als Erstunterzeichner fungieren u.a. der Autor Doron Rabinovici, die Kulturwissenschafterin Sabine Kock und die künftige Theater der Jugend-Direktorin Aslı Kışlal. "Wenn ein Haus in Wien aktuell die richtigen Fragen an das Theater stellt, als Team gemeinsam mit reflexiver Awareness daran arbeitet, was Theater in der Gegenwart sein kann UND Kolleg*innen und Gastbeiträge aus der lokalen, nationalen wie internationalen Szene mit in ihre Praxis einlädt und dafür konzeptionell Räume öffnet, ist es das Schauspielhaus Wien", heißt es in dem Brief, der dem aktuellen Leitungsteam (Marie Bues, Martina Grohmann, Tobias Herzberg und Mazlum Nergiz) den Rücken stärkt. Die vier hätten "das Haus mit sensorischer Offenheit und überzeugender Diskurs-Fähigkeit für brisante Fragen der Gegenwart geöffnet und leben ästhetische Vielfalt".

Kaup-Hasler: Mit Attacken wird Grenze überschritten

Aus dem Büro der Geschäftsgruppe Kultur und Wissenschaft der Stadt Wien hieß es dazu auf APA-Anfrage: "Die Stadt Wien hat ihre Verpflichtung zur öffentlichen Ausschreibung der Intendanz des Schauspielhaus Wien erfüllt - nicht als reine Formalie, sondern mittels eines ernsthaften Verfahrens", heißt es darin. "Um sicherzustellen, dass die Entscheidung auf einer fachlichen Basis mehrerer Perspektiven und nicht nur auf der Sichtweise der Stadträtin und der Kulturabteilung beruht, hat man sich bewusst für ein mehrstufiges Verfahren mit einer Jury entschieden." Die Schauspielhaus-Jury habe sich intensiv mit den eingereichten Konzepten auseinandergesetzt und eine Empfehlung für Sara Ostertag und ihr Konzept ausgesprochen.

Klare Worte kamen von Kaup-Hasler: "Inhaltliche Kritik ist in unserer offenen und demokratischen Gesellschaft erwünscht und begrüßenswert - bei persönlichen Angriffen und Attacken, wie sie Sara Ostertag und ihr Team jedoch gerade erleben müssen, wird gerade eine Grenze massiv überschritten. Es zeigt sich, dass Frauen, die in Kulturbetrieben Führungsverantwortung übernehmen, nach wie vor angefeindet werden." Ostertag sei eine renommierte Theatermacherin, die internationale Erfahrung, eine besondere Expertise in der institutionellen Arbeit sowie in der Freien Szene in Wien hat, ein diverses Team mitbringt sowie ein zukunftsweisendes Konzept vorgelegt hat. Die Stadt setze mit dieser Entscheidung einen "kulturpolitischen Schritt, der zwei wichtige Häuser nachhaltig stärkt". Die eingesetzte Jury bestand aus Arne Forke (Büro der Stadträtin), Eva Kohout (Kulturabteilung der Stadt Wien), der Dramaturgin Kathrin Bieligk und Nuran David Calis (Schauspieldirektor des Salzburger Landestheaters).

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