Taiwan: China schickt Kampfjets
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von AgenturenTaiwans Oppositionsführerin Cheng Li-wun traf Präsident Xi Jinping
Bild: APA/APA/The Office of Kuomintanglawmaker Johnny Chiang/HANDOUT
China hat nach Angaben Taiwans am Freitag 16 Kampfflugzeuge in die Nähe der von der Volksrepublik beanspruchten Insel geschickt. Die Flugzeuge seien von Freitagmorgen bis Freitagnachmittag in der Nähe Taiwans geflogen, teilte das Verteidigungsministerium in Taipeh am Samstag in seinem täglichen Lagebericht mit. Just am Freitagvormittag waren der chinesische Präsident Xi Jinping und Taiwans Oppositionsführerin Cheng Li-wun in Peking zu Gesprächen zusammengetroffen.
Cheng ist die Vorsitzende der größten Oppositionspartei Kuomintang (KMT). Bei dem Treffen in der chinesischen Hauptstadt hatte Xi bekräftigt, dass er eine Unabhängigkeit Taiwans, das China als eigenes Territorium betrachtet, "absolut nicht tolerieren" werde. Cheng bezeichnete ihren Besuch als Versöhnungsmission zur Verringerung der Spannungen zwischen China und Taiwan.
Die Regierung in Taipeh warf China am Samstag vor, es setze militärischen Zwang als Druckmittel für politische Verhandlungen ein. Dies sei schon immer Chinas "gängige Taktik" gewesen, sagte Shen Yu-chung, Vize-Minister des für China zuständigen Rates für Festlandangelegenheiten, vor der Presse. "Man sieht also, wie sie einerseits Friedensbotschaften aussenden, während sie andererseits Taiwan ohne Unterlass mit militärischer Gewalt unter Druck setzen."
Taiwans Präsidentenbüro: "China will Annexion vorantreiben"
Das Büro des taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te erklärte, das Treffen zwischen Xi und Cheng habe darauf abgezielt, "die Annexion Taiwans" voranzutreiben. Die Zukunft Taiwans könne nur vom taiwanischen Volk selbst entschieden werden, sagte Lais Sprecherin.
Die oppositionelle KMT verteidigte das Treffen hingegen. Der Schlüssel zur Förderung des Friedens liege darin, dem taiwanischen Volk eine Wahl zwischen Frieden und Versöhnung oder Krieg zu bieten, sagte der stellvertretende KMT-Vorsitzende Chang Jung-kung. Der Dialog mit China und die Förderung des Friedens über die Taiwanstraße hinweg brächten "Frieden mit Würde" und nicht das Beugen des Kopfes zum Händeschütteln, wie es Präsident Lai formuliert habe, hieß es in einer Erklärung der KMT.
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