Tote nach russischem Angriff in der Ukraine

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Bild: APA/APA/dpa/Sven Hoppe


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Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Ukraine sind mindestens sechs Menschen getötet worden. Die bei Tageslicht geflogenen Angriffe zielten auf kritische Infrastruktur im Westen des Landes und veranlassten das Nachbarland Polen, vorsorglich Kampfjets aufsteigen zu lassen, wie die polnische Armee am Mittwoch mitteilte. Der Luftraum des NATO-Mitglieds sei jedoch nicht verletzt worden.

Ungarische Außenministerin verurteilt Angriffe

Die ungarische Außenministerin Anita Orbán verurteilte die Angriffe und kündigte an, diese würden Thema bei der ersten Kabinettssitzung der neuen Regierung im Laufe des Tages sein. Die Slowakei teilte mit, aus Sicherheitsgründen ihre Grenze zum Westen der Ukraine zu schließen.

In der Großstadt Krywyj Rih wurden am Dienstagabend mindestens zwei Menschen getötet. Vier weitere Personen seien verletzt worden, darunter ein neun Monate altes Mädchen, das in kritischem Zustand im Spital behandelt werde, schrieb Regionalgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilte den Angriff "auf ein gewöhnliches Wohnhaus" als zynisch und militärisch sinnlos.

Bei den Getöteten handle es sich um eine 65-jährige Frau und einen 43-jährigen Mann, hieß es in der Nacht auf Mittwoch weiter. Nach Ende der dreitägigen Waffenruhe am Montag töte Russland nun wieder Ukrainer und Ukrainerinnen, schrieb Selenskyj auf der Plattform X. "Der Druck auf Russland darf deshalb in keiner Weise nachlassen." Nur entschlossener gemeinsamer Druck und die Stärkung der Ukraine, einschließlich der Ausweitung der Luftabwehr, "können den Aggressor dazu zwingen, diplomatisch auf einen verlässlichen Frieden und ein Ende der Morde hinzuarbeiten".

Angriff galt der Heimatstadt von Präsident Selenskyj

Krywyj Rih ist Selenskyjs Heimatstadt und wurde bereits mehrfach Ziel russischer Angriffe. Sie liegt im Zentrum der Ukraine. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg.

US-Präsident Donald Trump hatte auf Moskauer Bitte eine dreitägige Waffenruhe von Samstag bis Montag vermittelt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte am Dienstag offiziell, dass die sogenannte militärische Spezialoperation seit Tagesanbruch fortgesetzt werde. Militärische Spezialoperation ist in Russland die offizielle Bezeichnung für den Krieg gegen das Nachbarland.

Die Ukraine hofft seit langem auf eine längere Waffenruhe, in der über einen Waffenstillstand und eine Friedenslösung verhandelt werden könnte. Moskau hat die Feuerpausen über hohe Feiertage immer begrenzt. In diesem Fall ging es darum, mit einer Militärparade am Samstag in Moskau ungestört das Andenken an den sowjetischen Sieg im Zweiten Weltkrieg feiern zu können.

Ukrainische Angriffe auf Industrie- und Gasanlagen in Russland

Ukrainische Drohnenangriffe lösten indes mehrere Brände in Russland aus. Die Ukraine habe eine gasverarbeitende Fabrik in Astrachan am Kaspischen Meer attackiert, teilte der Gouverneur der Region, Igor Babuschkin, bei Telegram mit. Herabstürzende Trümmer verursachten demnach ein Feuer. Verletzte gebe es nicht.

Auch in der südrussischen Region Krasnodar kam es nach Angaben des Zivilschutzstabs zu einem Brand auf dem Gelände einer Fabrik in der Siedlung Wolna im Kreis Temrjuk. Ein Mensch sei verletzt worden. Einen weiteren Verletzten sowie Schäden an mehreren Orten gab es demnach in Taman, ebenfalls durch Drohnentrümmer. Der Hafen von Taman wird zum Umschlag von Öl und Flüssiggas genutzt.

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Ukraine bestätigt Angriffe

Der ukrainische Generalstab bestätigte Angriffe auf die Ölraffinerie in Jaroslawl und die Fabrik in Astrachan. Die Produktion in Jaroslawl sei wichtig für die Versorgung der russischen Armee, und die Fabrik in Astrachan sei an der Versorgung des militärisch-industriellen Komplexes Russlands beteiligt, hieß es in der Mitteilung zur Begründung.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen die russische Invasion. Kiews Gegenangriffe auf den russischen Öl- und Gassektor werden immer sichtbarer. Die Ukraine will damit Moskaus Einnahmen aus dem Energiegeschäft schmälern, die wichtig für die Finanzierung des Angriffskriegs sind.

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