WAC hofft bei Qualigruppen-1. Ried auf Silberberger-Effekt
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von AgenturenSilberberger will den WAC-Karren aus dem Dreck ziehen
Bild: APA/APA/EXPA/REINHARD EISENBAUER/EXPA/REINHARD EISENBAUER
Wolfsberg hofft einmal mehr in dieser Saison auf den Trainereffekt. Beim kriselnden WAC debütiert Neo-Coach Thomas Silberberger am Samstag (17.00 Uhr) ausgerechnet gegen den Spitzenreiter der Fußball-Bundesliga-Qualifikationsgruppe, die SV Ried. Die Kärntner sind mit einem Negativlauf bis auf die vorletzte Position abgerutscht und liegen vor der 26. Runde vier Punkte vor Blau-Weiß Linz. Das Schlusslicht misst sich mit der WSG Tirol. Altach empfängt den formstarken GAK.
WAC - Ried: Neo-Trainer am Prüfstand
Im Lavanttal schlug dieser Tage der vierte Trainer binnen einer Saison sein Lager auf. Nach zehn sieglosen Spielen zog WAC-Mäzen Dietmar Riegler die Reißleine, stellte Ismail Atalan dienstfrei und holte den eben erst bei Zweitliga-Aufstiegsaspirant Admira entlassenen Silberberger. Dieser habe von Dienstag weg eine "extrem willige und konkurrenzfähige" Mannschaft vorgefunden. "Jeder Trainerwechsel weckt Hoffnungen, hinterlässt aber auch Narben bei Spielern", sagte Silberberger. Er sei der nächste, der diese mit "anderen Vorstellungen und anderen Ideen" konfrontiert. "Da prasselt viel auf die Spieler ein."
Zu erwarten ist eine Rückkehr zur Dreier- bzw. Fünferkette, von der Atalan in den letzten beiden Partien abgewichen war. Viel wichtiger als das System ist die Leistung auf dem Platz. "Wir müssen den Spielstil in der Qualirunde annehmen, da müssen alle gegen den Ball mitarbeiten und so anlaufen, dass wir den Gegner zu Fehlern zwingen", forderte der Tiroler. Vor allem gegen die Rieder sei auch eine "extreme Fokussierung" bei Standardsituationen und zweiten Bällen sehr wichtig. "In den Bereichen spielt Ried sicher am obersten Level."
Mit Kingstone Mutandwa verfügen die Innviertler über den mit Sturms Otar Kiteishvili Führenden der Liga-Schützenliste. Der 23-jährige Sambier machte zuletzt mit einem Hattrick aus einem 0:2 ein 3:2 gegen Altach. "Er ist im Strafraum sehr präsent, kopfballstark, ein Unterschiedsspieler. Dass wir ihn über den kompletten Platz verfolgen, so ist es aber nicht", sagte Silberberger. Man werde ein "Gegenmittel" finden. Eine Rolle dürfte der zuletzt nicht eingesetzte WAC-Kapitän Dominik Baumgartner spielen. "Er ist in meinen Gedanken ganz klar ein Führungsspieler", betonte Silberberger.
Nicht bauen kann er auf Alessandro Schöpf und Markus Pink. Den Riedern fehlt keine Stütze. Sie wollen auch das dritte direkte Duell gewinnen, nachdem beim 2:1 und 1:0 Mutandwa spät getroffen hatte. "Mit einem Erfolg können wir einen weiteren sehr großen Schritt in Richtung unseres Saisonziels machen. Diese Ausgangssituation müssen wir als Chance wahrnehmen und nicht als Belastung", sagte Ried-Trainer Maximilian Senft. Um die individuelle Klasse des WAC wisse jeder Bescheid. "Wir müssen davon ausgehen, dass sich unser Gegner noch einmal als Kollektiv aufrichtet und mit einem neuen Trainer die Flucht nach vorne sucht." Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf den WAC.
Altach - GAK: Gastgeber wollen "Serie brechen"
Der GAK will seinen Erfolgslauf von drei Siegen en suite fortsetzen. "Wir wollen die Welle so lange wie möglich reiten und schnellstmöglich den Nicht-Abstieg fixieren", sagte Trainer Ferdinand Feldhofer. Nur ein Punkt fehlt den "Rotjacken" auf Ried. Stürmer Alexander Hofleitner war während der Woche kränklich, soll laut Feldhofer aber rechtzeitig fit sein, um die Stürmerposition neben Toptorschütze Ramiz Harakate zu bekleiden. Der angeschlagene Kapitän und Sturmtank Daniel Maderner ist fraglich. Bei den Altachern fehlt der gesperrte Stürmer Ousmane Diawara.
Sie müssen die bittere Niederlage in Ried wegstecken. Zudem gilt es gegen eine Negativserie anzukämpfen, seit dem GAK-Wiederaufstieg gab es in sechs direkten Duellen noch keinen SCRA-Sieg. "Diese Serie wollen wir morgen brechen", betonte Altach-Trainer Ognjen Zaric. Sein zu Hause sieben Partien unbesiegtes Team habe in den vergangenen Wochen, auch in Ried bis zum Ausschluss, sehr gut agiert. "Das wollen wir auch morgen." Der Respekt vor den Grazern ist aber groß. "Sie haben es in den letzten Spielen gut gemacht, kommen sicher mit breiter Brust." Zu erwarten sei eine "umkämpfte" Partie in einem Duell zweier Teams mit "ähnlicher Spielidee".
Blau-Weiß - WSG: Schlusslicht gegen Liga-Zwerg
Für Schlusslicht Blau-Weiß werden die Möglichkeiten, um zu punkten, immer weniger. "Mein Gefühl ist gut, ich erwarte eine intensive Partie. Wir müssen drei Punkte holen", meinte Trainer Michael Köllner vor dem Heimspiel gegen die WSG Tirol (19.30 Uhr). Weil das jüngste Spiel beim GAK 1:2 verloren wurde, orientiert man sich in Linz lieber am jüngsten Heimspiel - ein 3:2-Erfolg über Ried. "Ich hoffe, dass wir das Stadion wie gegen Ried in einen Hexenkessel verwandeln können, dass sowohl wir das auf dem Platz anzünden können als auch die Fans auf der Tribüne", sagte Köllner.
Die Gäste wollen nach dem Heim-3:1 gegen den WAC nachlegen. Coach Philipp Semlic verortete sein Team der bisherigen Saison zum Trotz in einer gewissen Außenseiterrolle. "Wir sind der kleinste Verein in dieser Liga. Blau-Weiß hat doppelt so hohen Personalaufwand wie wir", sagte Semlic. "Wir müssen versuchen, dort alles auf dem Platz zu lassen, unser Herz in die Hand zu nehmen und auf Biegen und Brechen zu punkten." Die WSG liegt nur zwei Punkte hinter Ried, das Thema Klassenerhalt ist jedoch weiter vorrangig. "Es wäre das Schlimmste, wenn wir da draußen endlich ein Stadion bauen, und du spielst nicht Bundesliga", sagte Semlic mit Blick auf die Infrastrukturoffensive in Wattens.
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