Wieder gegenseitige Angriffe Israel-Hisbollah

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von Agenturen

Qassem sieht Waffenruhe von Israel und USA nicht eingehalten

Bild: APA/APA/AFP/JOSEPH EID


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Trotz formell geltender Waffenruhe bleibt die Lage im Südlibanon und Nordisrael angespannt. Israels Armee griff eigenen Angaben zufolge am Montag erneut Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Nachbarlandes an. Sie sprach von Infrastruktur der Miliz. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es am Nachmittag, das israelische Militär habe mehrere Orte im Südlibanon bombardiert. Über mögliche Opfer dabei wurde zunächst nichts bekannt.

Bei Gefechten am Boden zwischen israelischen Soldaten und der vom Iran unterstützten Miliz seien unterdessen mindestens zwei Hisbollah-Mitglieder im Südlibanon ums Leben gekommen, hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen weiter. Israels Armee erklärte auf Anfrage, zwei israelische Soldaten seien bei einem Nahkampf mit der Miliz verletzt worden. Angaben zu Getöteten in den Reihen der Hisbollah dabei machte sie zunächst nicht.

In einer Erklärung teilte das israelische Militär unterdessen mit, dass in den vergangenen Tagen zehn bewaffnete Hisbollah-Mitglieder im Südlibanon getötet worden seien. Diese seien in der Nähe israelischer Soldaten aktiv gewesen und hätten eine Bedrohung für Israels Einsatzkräfte dargestellt.

Wieder Vertreibungen

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es weiter, dass Menschen aus mehreren Dörfern geflüchtet seien. Israels Armee hatte in der Früh die Einwohner mehrerer südlibanesischer Ortschaften dazu aufgerufen, diese zu verlassen. Sie will dort eigenen Angaben zufolge gegen die Hisbollah vorgehen.

Israels Militär feuerte eigenen Angaben zufolge eine Abfangrakete auf ein "verdächtiges Flugobjekt" im Südlibanon, in einer Gegend, in der israelische Soldaten im Einsatz gewesen seien. In Nordisrael habe es deshalb Luftalarm gegeben. Ein weiteres "verdächtiges Flugobjekt" sei abgefangen worden, ehe es nach Israel dringen konnte. Die Hisbollah reklamierte einen Angriff auf israelische Stellungen im Südlibanon für sich.

Hisbollah-Chef erzürnt

Der Chef der Hisbollah, Naim Qassem, sieht keine Waffenruhe im Libanon und warf Israel sowie den USA fortdauernde Militärattacken auf seine Miliz vor. "Es gibt keine Waffenruhe im Libanon, sondern eine andauernde israelisch-amerikanische Aggression", hieß es am Montag in einer im TV verlesenen Erklärung Qassems. Worte reichten nicht aus, um die Angriffe auf Zivilisten, Dörfer und Städte, die Zerstörung und die Tötung von Kindern, Frauen, Männern und Alten zu verurteilen.

Es gebe darüber hinaus keine "Gelbe Linie" oder Pufferzone, betonte er. Das israelische Militär hat den Südlibanon - nach dem Modell des auch nach einer Waffenruhe weiter zur Hälfte von Israel besetzten Gazastreifens - in mehrere Zonen aufgeteilt. Die sogenannte Gelbe Linie verläuft sechs bis zehn Kilometer entfernt von der israelischen Grenze. In dieser Zone, in der Dutzende von Dörfern liegen, führt Israel weiterhin militärische Einsätze durch, auch mit Bodentruppen.

Qassem betonte, ein Ausweg aus dem Konflikt könne nicht in einer Kapitulation liegen. Gespräche und Verhandlungen mit Israel kämen einer Kapitulation gleich. Die Hisbollah wird von Israels Erzfeind Iran unterstützt.

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