Wunschdenken?: Journalisten glauben an Branchen-Renaissance
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von AgenturenKlassische Medien geraten zusehends unter Druck
Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL
Um klassische Medienhäuser bzw. -marken war es schon mal besser bestellt. Nicht nur mit abfließenden Werbegeldern haben sie zu kämpfen, sondern auch mit einem geänderten Mediennutzungsverhalten in Zeiten von Künstlicher Intelligenz und Social Media. Das "Journalist*innenbarometer" von Marketagent zeigt nun, dass ca. die Hälfte der Journalisten im DACH-Raum dennoch an eine Renaissance klassischer Medien glaubt. In Österreich sind sie etwas pessimistischer (44 Prozent).
Als Toptreiber einer solchen potenziellen Renaissance werden Vertrauen und Glaubwürdigkeit (63 Prozent), Qualität und Tiefe der Inhalte (56 Prozent) und die Abgrenzung zu Desinformation (38 Prozent) von den in Summe 579 im März und April befragten Journalistinnen und Journalisten genannt. Zwei Drittel räumen aber ein, das eine solche Renaissance vor allem Wunschdenken sei.
Orientierung und Transparenz
Den Journalismus in zehn Jahren zeichne nach Ansicht der Befragten vor allem seine Orientierungsfunktion im Informationsüberfluss (49 Prozent), seine Transparenz über Quellen und Arbeitsweisen (47 Prozent) und investigative Leistungen (45 Prozent) aus. Als besonders zukunftsträchtige Inhalte werden einordnende Hintergrundformate und Erklärstücke (47 Prozent), Faktenchecks und Verifikationsformate (44 Prozent) sowie Unterhaltung und Ablenkung (43 Prozent) erachtet.
Als wahrscheinlichstes Zukunftsbild der Medienlandschaft setzte sich mit 33 Prozent "Professioneller Qualitätsjournalismus als Nischenangebot für eine informierte Minderheit" bei der Befragung durch. Dahinter folgten die Optionen "Polarisierte Öffentlichkeiten mit stark ideologisierten Medienmarken" (18 Prozent) und "Koexistenz vieler gleichwertiger Informationsquellen" (13 Prozent).
Zerstörerische Desinformation
Dass sich die Desinformationsproblematik in den vergangenen fünf Jahren verschärft habe, bejahen sieben von zehn Befragte. Zwei Drittel erachten die Auswirkungen davon als (eher) zerstörerisch für den Journalismus.
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