ADA unterstützt EZA-Projekt für Straßenkinder in Addis Abeba

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++ HANDOUT/THEMENBILD ++ Projektbesuch in Addis Abeba

Bild: APA/BMEIA/MICHAEL GRUBER


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"Gebt ihnen nicht einfach Fisch, sondern zeigt ihnen, wie man fischt." Mit einem verkürzten Konfuzius-Zitat umriss der Salesianerpater Angelo Regazzo am Sonntag das Konzept des "Don Bosco Children Technical and Vocational Education and Training Institute" (TVET) in Addis Abeba. Vor der Visite von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger in Äthiopien besuchte eine Delegation von Außenministerium und Wirtschaftsvertretern das von Österreichs EZA-Agentur ADA unterstützte Projekt.

Ziel sei es, Kindern und Jugendlichen den "Spirit" zu geben, selbst Initiativen zu ergreifen und ihr Leben in die Hand zu nehmen, erzählt Pater Angelo. Neben regulären Schülerinnen und Schülern, die in dem Institut handwerkliche Fähigkeiten wie Tischlerei, Kfz-Technik oder Kulinarik und Gastronomie auch grundsätzliche IT-Kenntnisse erwerben können, werden auch spezifische Sozialprogramme durchgeführt. Sie sollen etwa Straßenkindern eine Rückkehr in ein geregeltes Leben - im Idealfall in ihrer eigenen Familie - ermöglichen.

Der Missionar und seine Mitbrüder sind dann frühmorgens in den Straßen von Addis Abeba unterwegs, um die dort hausenden Kids aufzuklauben. Diese könnten dann nach dem Schultag wieder dorthin zurückkehren, erzählt Pater Angelo. "Es wird niemand dazu gezwungen, bei uns zu bleiben, wir bieten ihnen aber eine Chance." Allerdings seien die Lebensumstände der Straßenkinder mitunter schrecklich, erzählt er. Manche würden in der Kanalisation übernachten.

Insgesamt werden pro Tag bis zu 100 Mädchen und Buben betreut. In den vergangenen Jahren seien so rund 3.000 von ihnen in die Gesellschaft und Arbeitswelt reintegriert worden. Pro Tag koste das Programm im Schnitt 1.150 Euro. Diese für Äthiopien beträchtliche Summe sei nur mit Hilfe aus dem Ausland zu stemmen.

"Beispiel für erfolgreiche EZA"

Auch das BMEIA sieht das Don Bosco-TVET als Beispiel für erfolgreiche Entwicklungszusammenarbeit. "Hier erhalten benachteiligte Jugendliche und Straßenkinder durch handwerkliche und technische Ausbildung neue berufliche Perspektiven." Die Austrian Development Agency (ADA) unterstütze diese Ausbildungseinrichtung auch deshalb, weil dort Jugendliche ähnlich der dualen Ausbildung in Österreich ausgebildet würden, erläuterte am Sonntag Peter Huber, Sektionsleiter für Internationale Partnerschaften und Humanitäre Hilfe, das Konzept im Gespräch mit der APA.

Die ADA versuche dabei, sich im Berufsausbildungsbereich auch den großen Themen wie Klimawandel, grüne Energie anzunähern. Daher werde die Don-Bosco-Schule vor allem in Sachen Solartechnikausbildung unterstützt. Gelehrt werde etwa die Wartung von Solarpaneelen, meinte Huber. Das sei ein Know-how, das "auch hier auch von zunehmender Bedeutung" sei. Die Verknüpfung dieser Expertise und moderner Technologien mit den Bedürfnissen und Potenzialen vor Ort komme langfristig beiden Seiten zugute.

Armutsbekämpfung durch Perspektiven

Ein Ziel des österreichischen EZA-Ansatzes sei ja die Armutsbekämpfung. Sie liefere in Äthiopien einen Beitrag, dass diese Jugendlichen "Arbeit und Perspektiven finden" und ihr erlerntes Wissen auch innerhalb ihrer Familien und Gemeinschaften weitergeben würden. Seit 2016 habe die ADA daher 1,8 Millionen Euro zu dem Projekt beigesteuert. Am Sonntag wurde von der österreichischen Botschaft zudem Material wie Kabel und Werkzeug im Wert von 7.000 Euro in der Don-Bosco-Einrichtung übergeben.

Neben der ADA ist etwa auch die slowenische Botschaft aktiv. Sie zeigte den Buben und Mädchen, wie Bienenstöcke gezimmert werden. Sie können die selbstgefertigten Holzobjekte auch in ihre Heimatdörfer mitnehmen. "Dort betreiben manche dann Bienenzucht und Imkerei."

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Meinl-Reisinger bei "EU-Ethiopia Business Forum"

Die Außenministerin wurde Montag früh in Addis Abeba erwartet. Auf dem Programm steht das "EU-Ethiopia Business Forum", das sie auch mit dem EU-Kommissar für internationale Partnerschaften, Jozef Sikela, eröffnen wird. Zudem ist unter anderem ein Gespräch mit ihrem Amtskollegen Gedion Timothewos geplant. Der Fokus gilt der Kooperation in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit, Migration und Entwicklungszusammenarbeit, aber auch bei regionalen und globalen Themen wie den Auswirkungen aktueller Krisen auf die Ernährungssicherheit.

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