Ein Punkt und "zwei blaue Augen" als Optimum für Sturm Graz

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Kühbauer wusste, dass sein Team eine große Chance liegenließ

Bild: APA/APA/EXPA/ REINHARD EISENBAUER/EXPA/ REINHARD EISENBAUER


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Ein Punkt im Schlager beim LASK war für Fußball-Tabellenführer Sturm Graz am Sonntag quasi das Optimum. Spielerisch völlig an den Rand gedrängt, rettete den Titelverteidiger eigentlich nur die Abschlussschwäche der Hausherren vor dem Nuller. "Vielleicht sind wir heute sogar mit zwei blauen Augen davongekommen", meinte Sturm-Verteidiger Albert Vallci. "Ein sehr hart erkämpfter Punkt, wir müssen zufrieden sein", sagte Coach Fabio Ingolitsch.

Durchaus denkbar, dass die Linzer Mitte Mai mit großer Wehmut auf den 19. April zurückblicken - als jenen Tag, an dem man die Chance auf den ersten Meistertitel seit 1965 vergeigte. Zahllose Möglichkeiten blieben vor mit 19.080 Zuschauern ausverkauftem Haus ungenutzt, mehr als der Ausgleich durch Sasa Kalajdzic (68.) schaute nicht heraus. 28 Schüsse gaben die Linzer ab, nur fünf davon gingen aufs Tor. "Vor dem Tor war das zu wenig von uns, da müssen wir präziser sein", befand ÖFB-Teamstürmer Kalajdzic, der bereits im dritten Spiel in Folge netzte und rechtzeitig vor der WM in Fahrt zu kommen scheint.

Für Andreas Herzog war nach 90 eines Schlagers würdigen Minuten klar: "Der LASK hat gespielt wie ein Meister", sagte der Sky-Experte. Mit Fortdauer der ersten und über die gesamte zweite Hälfte diktierten die Linzer tatsächlich das Geschehen. "Wir haben ein unglaubliches Spiel gemacht", lobte auch LASK-Coach Dietmar Kühbauer seine Truppe. Das Verhalten vor dem Tor missfiel aber auch ihm. "Wir hätten heute vier oder fünf Tore schießen können. Wir müssen uns ein bisschen an der eigenen Nase packen."

Kühbauer über Elferpfiff "schockiert"

Was Kühbauer aber wirklich auf die Palme brachte, war jener Elfmeter, den Sturms "Lebensversicherung" Otar Kiteishvili in der zehnten Minute sicher verwertete. Davor war Sturms Ryan Fosso nach riskantem Annäherungsversuch von Ismaila Coulibaly im Strafraum zu Fall gekommen - der Pfiff hatte trotz Verdachts auf "Schwalbe" auch nach Videostudium von Schiedsrichter Peter Altmann Bestand. "Lächerlich", sei die Entscheidung gewesen, er sei "schockiert, dass man das nicht sehen kann", betonte Kühbauer.

Dass man am Mittwoch beim "Rückspiel" in Graz (20.30 Uhr) neuerlich derart dominant aufzutreten vermag, kann sich Kühbauer nicht vorstellen. "Ich glaube nicht, dass wir den Gegner noch einmal so kriegen", sagte der Burgenländer. Vallci will das tunlichst vermeiden. "Wir müssen am Mittwoch einen oder zwei Gänge höher schalten", stellte der 30-Jährige klar. Vor dem Wiedersehen liegt seine Truppe weiter zwei Punkte vor dem LASK, Salzburg kam auf drei Zähler nahe und mischt auch wieder mit. "Jeder Punkt kann entscheiden. Es ist noch ein langer Weg, wir müssen dranbleiben", meinte Vallci.

Ingolitsch lobte Leidens-Bereitschaft

In Linz jedenfalls hatte seine Truppe nur eine gute Anfangsphase, danach wurde man immer passiver. "Wir waren bis auf die ersten 15 Minuten klar unterlegen, haben keine Lösung gefunden, hatten in der zweiten Halbzeit keinen Schuss aufs Tor", fasste es Vallci zusammen. Sein Coach konnte dem Spiel in mentaler Hinsicht aber auch Positives abgewinnen. "Wir sind heute nicht wie ein Meister aufgetreten, sondern wie ein Team, das bereit ist zu leiden und gemeinsam zu verteidigen. Wenn du deine Ziele erreichen willst, darfst du solche Spiele nicht verlieren."

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