Doris Kleilein ab 2027 Direktorin des AzW

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Die künftige AzW-Direktorin Doris Kleilein

Bild: APA/APA/HANS KLAUS TECHT/HANS KLAUS TECHT


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Die deutsche Architektin, Architekturkritikerin und Verlegerin Doris Kleilein leitet ab Jänner 2027 das Architekturzentrum Wien (AzW) und folgt damit auf Angelika Fitz, die ihren Vertrag nach zwei Funktionsperioden mit Ende des Jahres auslaufen lässt. Das gaben Hannes Swoboda, Präsident des Vorstandes des AzW und Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) am Mittwochvormittag bei einer Pressekonferenz bekannt. Kleilein setzte sich gegen 44 Bewerbungen durch.

"Das AzW ist für mich schon lange ein besonderer Ort, wie ich ihn in Berlin seit meinem Studium vermisst habe", so Kleilein. "Es ist ein offenes Haus, das seinen Gästen in entspannter Atmosphäre begegnet und inhaltlich immer einen Schritt voraus ist." Künftig will sie hier in Wien Architekturvermittlung noch stärker mit gesellschaftlichen Debatten - von der Wohnungsfrage über klimagerechtes Bauen bis zur Migration - verbinden. "Dabei möchte ich an die Stärken des Hauses anknüpfen: die Verbindung von Ausstellung, Archiv und Diskurs, die internationale Sichtbarkeit und die Verankerung in Wien sowie die wertvollen Kooperationen im Bereich der Forschung und Lehre."

Fokus auf Kooperationen und neue Formate

Kooperationen und das Schaffen von Synergien werden auch aufgrund der angespannten finanziellen Lage der Institution immer wichtiger werden, sagte Kleilein auf APA-Nachfrage. "Es ist bemerkenswert, welch vielfältiges und großes Programm das AzW mit diesem Budget macht. Das kenne ich in dieser Form an keinem anderen Ort", so die designierte AzW-Direktorin, die nun in eine Übergangsphase an der Seite von Angelika Fitz startet. Die erste von ihr verantwortete Ausstellung werde im Herbst 2027 eröffnen, ihre detaillierten Pläne will sie Ende des Jahres bekanntgeben.

Auch neue Formate - digital wie analog - will Kleilein etablieren, um eine noch breitere Öffentlichkeit zu erreichen: "In einer Zeit, in der das Vertrauen in die Demokratie schwindet, werden Orte der analogen Zusammenkunft wieder wichtiger - und parallel dazu ist der digitale Zugang der Schlüssel zur auch internationalen Sichtbarkeit."

Lob für Fitz als "enthusiastische Kämpferin für Architektur"

"Ich bin überzeugt, dass Doris Kleilein in Fortsetzung der Arbeit von Dietmar Steiner und Angelika Fitz die Architektur nicht nur in ihrer Auswirkung auf die bauliche Umwelt, sondern auch auf das gesellschaftliche Zusammenleben darstellen und thematisieren wird", streute Swoboda der künftigen Direktorin Rosen. "Damit ist garantiert, dass das AzW weiterhin einen besonders spannenden Beitrag zur nationalen, aber auch internationalen Architekturdiskussion liefern wird."

Kaup-Hasler würdigte die Arbeit von Angelika Fitz während ihrer zehnjährigen Direktion. "Mit ihr verliert Wien eine enthusiastische Kämpferin für Architektur. Sie hat brennende Fragestellungen der städtischen Architektur im Architekturzentrum Wien zur Debatte gestellt, Wien mit Pionier*innen der Architektur vernetzt und so das Bewusstsein für ökologische und soziale Belange in der Architekturszene Wiens gestärkt." Zugleich freute sie sich, dass Kleilein mit ihrer langjährigen Erfahrung als Architektin und ihrem weitreichenden Netzwerk "vielfältige Perspektiven und fachliche Expertise" einbringen werde.

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Leitete Berliner Architekturbuchverlag

Kleilein wurde 1970 in Kronach (Bayern) geboren und studierte an der TU Berlin und der University of Manitoba (Kanada) Architektur. Sie war Co-Gründerin der Architekturbüros bromsky (Berlin/Hamburg), das sich auf Bauen im Bestand spezialisiert hat und leitete von 2019 bis 2026 den Architekturbuchverlag Jovis in Berlin. Zudem schreibt sie seit 1996 als freie Journalistin über Architektur und Urbanismus, u.a. für "Bauwelt", "Arch+", das Deutschlandradio und den rbb. 2020 und 2022 forschte sie am Thomas Mann House in Los Angeles zu Orten der Teilhabe. In Wien freut sie sich auf Ausstellungen, "die Spaß machen dürfen und anregend sind".

(S E R V I C E - www.azw.at )

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