Burgenland
Hipp-Rückruf: Suche nach weiterem Glas läuft
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von Quelle: APA, JOYN NewsBurgenland heute
Causa HiPP: Suche nach zweitem Glas geht weiter
Videoclip • 02:04 Min
Die Suche nach dem zweiten Hipp-Glas, das mutmaßlich mit Rattengift manipuliert wurde, ist im Burgenland bisher ohne Erfolg geblieben. Trotz intensiver Bemühungen sei dieses noch nicht aufgetaucht, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch zur APA. Zuletzt wurden gezielt Familien mit Kleinkindern angesprochen, die die Babynahrung gekauft haben könnten. Hinweise erhofft man sich nun auch von jenen, die nicht angetroffen wurden. Bei ihnen wurden Flyer hinterlassen.
Das Wichtigste in Kürze
Im Burgenland wird weiterhin ein zweites mutmaßlich mit Rattengift manipuliertes Hipp-Babynahrungs-Glas gesucht.
Ermittlungen wegen möglicher Erpressung laufen, der Hersteller Hipp betont enge Abstimmung mit Behörden und hat Produkte vorsorglich zurückgerufen, während die Suche nach dem Täter und weiteren gefährlichen Gläsern weitergeht.
Zuvor hatte die burgenländische Polizei bereits sämtliche Krankenhäuser, Alters- und Pflegeeinrichtungen sowie Kindergärten und -krippen kontaktiert.
Auch die ungarischen Behörden wurden informiert, weil die Babynahrung von Personen aus dem Grenzgebiet gekauft worden sein könnte. Das gesuchte Glas stammt aus derselben Spar-Filiale in Eisenstadt, in der auch jenes gekauft wurde, das am Samstag in Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) sichergestellt und bei einer ersten Untersuchung positiv auf Rattengift getestet worden war.
Zur Höhe der darin enthaltenen Dosis sollen bis Ende der Woche nähere Informationen vorliegen.
Unternehmenschef reagierte auf Kritik
Die deutschen Behörden ermitteln wegen des Verdachts der versuchten Erpressung des Babykostherstellers. Dessen Geschäftsführer Stefan Hipp äußerte sich am Dienstagabend erstmals öffentlich zu dem Fall und verteidigte die Kommunikationsstrategie seiner Firma.
Das Unternehmen werde "nach außen hin teilweise wie ein Täter dargestellt", sagte Hipp der Tageszeitung "Die Presse" (online). Die "vorsichtige Kommunikation" sei jedoch darin begründet, dass man die Ermittlungen nicht behindern wolle.
Das Drohschreiben sei am 27. März in einem allgemeinen Mail-Postfach eingelangt, das alle zwei bis drei Wochen kontrolliert werde. Von diesem Zeitpunkt an habe es bis zum 16. April gedauert, bis die E-Mail entdeckt worden sei. Die Kritik daran wollte Hipp im Gespräch mit der Tageszeitung nicht stehen lassen. "Das wäre so, als würden Sie einen Brief über den Zaun ins Firmengelände werfen und hoffen, dass es jemand findet."
Er betonte, dass die Behörden "umso ungestörter ermitteln können, je weniger nach außen dringt". Nachsatz: "Das ist der Grund, warum unsere Mitteilungen mit den ermittelnden Behörden abgesprochen werden, bevor sie veröffentlicht werden."
Man habe sofort nach Kenntnisnahme die deutsche Polizei informiert, einen internen Krisenstab eingerichtet und Maßnahmen ergriffen, um die Verbraucher zu schützen. Nun sei es "unser oberstes Ziel, das fehlende vergiftete Glas vom Supermarkt im Burgenland zu finden und den Täter zu überführen", sagte Hipp.
Fünf Gläser in Österreich, Tschechien und der Slowakei gefunden
In Österreich, Tschechien und der Slowakei wurden bisher insgesamt fünf manipulierte Babynahrungsgläser vor dem Verzehr sichergestellt.
Der Rückruf der Hipp-Produkte bei Spar war in der Nacht auf Samstag öffentlich geworden. Hinweise hatte es konkret zum Artikel Hipp "Gemüsegläschen Karotte mit Kartoffel" 190 Gramm gegeben. Vorsorglich nahmen auch andere Supermärkte das Produkt aus dem Verkauf.
Verdächtige Gläser erkennt man laut Polizei an einem weißen Aufkleber mit einem roten Kreis am Glasboden, einem bereits geöffneten oder beschädigten Deckel und einem ungewöhnlichen oder verdorbenen Geruch. Außerdem fehlt das "Knack-Geräusch" beim ersten Öffnen.
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