Lehrer bei Wiederkehrs Zukunfts-Plan skeptisch

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von Agenturen

Kimberger ortet "Ankündigungs-Stakkato"

Bild: APA/APA/FOTOKERSCHI/WERNER KERSCHBAUMMAYR/FOTOKERSCHI/WERNER KERSCHBAUMMAY


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Wenig beeindruckt zeigt man sich in der Lehrervertretung über den von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) vorgestellten "Plan Zukunft". "Wir kennen inzwischen die Vorgangsweise des Herrn Bundesministers", so der oberste Lehrergewerkschafter, Paul Kimberger, zur APA. "Es wird mit pathetischen Worten Großes angekündigt - allerdings: Was Konzepte, Pläne für die Implementierung und Details angeht - Fehlanzeige."

Ähnlich sei es schon bei Wiederkehrs Entbürokratisierungs-Initiative "Freiraum Schule" gewesen, meinte Kimberger. "Da waren große Entlastungen angekündigt. Darauf warten wir noch. Ähnlich kommt es mir beim Plan Zukunft vor - wir haben zahlreiche Überschriften, sonst wenig." Ein fertiges durchgängiges Konzept fehle: "Deshalb kann man verschiedene Dinge aus heutiger Sicht schwer beurteilen." Eines sei ihm aufgefallen: "Das Stakkato der großen Ankündigungen bekommt eine immer höhere Frequenz. Es geht offenbar vor allem um die Schlagzeile und weniger um Details."

Skeptisch bei Umsetzung

Inhaltlich ist der Christgewerkschafter bei vielen Plänen Wiederkehrs skeptisch bezüglich der Umsetzung. "Natürlich haben wir Verbesserungsbedarf bei der Elementarpädagogik und wären zum Beispiel einheitliche Qualitätsstandards wünschenswert. Das werden aber die Länder beantworten müssen."

Und die sechsjährige Volksschule sei keine Erfindung Wiederkehrs, sondern gehe auf den niederösterreichischen Ex-Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) zurück, meinte Kimberger. Später habe dann sein oberösterreichischer Ex-Kollege Josef Pühringer (ÖVP) den Vorschlag auf fünf Jahre verkürzt. Er kenne aber kein Konzept zur Realisierung. Offen sei etwa, wie das abseits von größeren Städten organisatorisch und räumlich umgesetzt werden solle.

Ähnlich sei es mit der Ankündigung neuer Fächer: "Was soll stattdessen gekürzt werden? Wir wissen es nicht." Nach wie vor skeptisch sieht Kimberger die Veröffentlichung von Standortdaten für Schulen - selbst wenn der Minister Rankings ausschließe, werde es mit der Datenveröffentlichung solche geben. Wenn Wiederkehr die Ausbildung der Pädagoginnen und Pädagogen angehen wolle, sieht der Gewerkschafter vor allem Handlungsbedarf in der Sonderpädagogik: Hier wäre wieder ein eigenes Studium nötig - genauso wie in diesem Bereich eine Anhebung des "Deckels" für den sonderpädagogischen Förderbedarf.

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