Papst Leo XIV. beginnt erste Afrika-Reise in Algerien
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von AgenturenLeo betritt als erster Papst algerischen Boden
Bild: APA/APA/AFP/ALBERTO PIZZOLI
Papst Leo XIV. ist zum Auftakt seiner ersten Afrika-Reise in Algerien angekommen. Nach einem Treffen mit Staatspräsident Abdelmadjid Tebboune steht ein Besuch in der Großen Moschee der Hauptstadt Algier auf dem Programm. Mit einer Dauer von insgesamt elf Tagen ist es für das seit fast einem Jahr amtierende Oberhaupt von weltweit 1,4 Milliarden Katholiken die bisher längste Reise. Weitere Stationen sind Kamerun, Angola und Äquatorialguinea.
In Algerien - einem muslimisch geprägten Land - war bisher noch nie ein Papst zu Besuch. Von den annähernd 47 Millionen Einwohnern sind nur etwa 9.000 Katholiken. Für Leo hat Algerien jedoch besondere Bedeutung: In der dortigen Region wurde im vierten Jahrhundert der Heilige Augustinus von Hippo geboren, der Namensgeber des Augustinerordens, dem der heutige Papst seit fast 50 Jahren angehört. Vor seiner Zeit im Vatikan war Leo dessen weltweiter Leiter.
Förderung von Frieden und Dialog mit dem Islam
Leo XIV. will sich laut dem Vatikan für die Förderung von Frieden, Umweltschutz, sozialer Gerechtigkeit und den Dialog mit dem Islam einsetzen. Ebenso will er die Christen in Afrika bestärken. Auf dem Programm des gebürtigen US-Amerikaners stehen Besuche bei den Präsidenten der vier Länder, Treffen mit Behörden, Zivilgesellschaft und Diplomatischem Corps sowie Besuche bei kirchlichen und sozialen Einrichtungen. In allen vier Ländern feiert der Papst zudem öffentliche Gottesdienste, zumeist unter freiem Himmel.
Am Mittwoch weiter nach Kamerun
Am Dienstag wird er die Stadt Annaba besuchen (früher: Hippo), die Wirkungsstätte des Heiligen Augustinus. Von Algerien geht es am Mittwoch weiter in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. Nach der deutschen Kolonialherrschaft (1884-1916) wurde die Region zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Nach der Unabhängigkeit 1960/61 entstand ein Staat, der bis heute mit dem Erbe der Zweisprachigkeit und mit internen Konflikten zu kämpfen hat.
Mit einem Friedenstreffen im anglophonen Bamenda will Leo XIV. die Menschen in Dialog bringen. Kameruns Bischöfe hoffen darauf, dass der Besuch die Einheit des vielfältigen Landes fördert, in dessen Norden die islamistische Terrorgruppe Boko Haram immer wieder Anschläge verübt.
Dritte Auslandsreise
Am 18. April fliegt Leo XIV. dann nach Luanda in Angola im Südwesten Afrikas, wo als Erbe des Kolonialismus als Amtssprache Portugiesisch gesprochen wird. Letzte Station ist dann ab 21. April eines der kleinsten Länder Afrikas, das einen katholischen Bevölkerungsanteil von 80 Prozent hat: Äquatorialguinea mit der Hauptstadt Malabo, das seit 1979 diktatorisch regiert wird. Am 23. April kehrt Leo XIV. nach Rom zurück.
Seine erste Reise als Papst hatte Leo XIV. Ende November in die Türkei und den Libanon unternommen, im März war er für einen Tag im Fürstentum Monaco. Der 70-Jährige ist der erste US-Amerikaner im Papstamt. Das Oberhaupt der Katholiken war zuvor lange in Peru tätig und hat auch einen peruanischen Pass.
In Afrika waren in den vergangenen Jahrzehnten Päpste immer wieder zu Besuch. Am häufigsten reiste der polnische Pontifex Johannes Paul II. dorthin: insgesamt 15 Mal. Franziskus war fünf Mal in Afrika. Der Kontinent gehört zu den Weltregionen, in denen die katholische Kirche wächst. Aktuell leben dort etwa 290 Millionen Katholiken - inzwischen sogar mehr als in Europa. Weltweit kommen aus Afrika inzwischen etwa ein Fünftel (20,3 Prozent) aller Katholiken.
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