Prozess nach Ertrinkungstod von Gast im Wörthersee
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von AgenturenDem Unternehmer wird in Klagenfurt der Prozess gemacht
Bild: APA/APA/THEMENBILD/BARBARA GINDL
Weil im vergangenen Sommer ein Gast von einer Schwimmplattform im Wörthersee gestürzt und ertrunken war, hat sich am Dienstag der 61-jährige Unternehmer als Eigentümer der Plattform vor dem Landesgericht Klagenfurt verantworten müssen. Dem Mann wird grob fahrlässige Tötung vorgeworfen, er bekannte sich nicht schuldig. Der Prozess war bis Dienstagnachmittag anberaumt.
Zu dem Vorfall war es an einem Samstagabend im August gekommen. Mehrere Personen waren auf dem Floß mit Elektroantrieb, das mehrere 100 Meter vor Maria Wörth im See lag, als ein 38-jähriger Steirer ins Wasser stürzte. Versuche, ihm mit einem Rettungsring zu helfen, schlugen fehl, der Mann ging unter. Er wurde erst Tage später in 38 Metern Tiefe geortet und aus dem See geborgen.
Staatsanwältin Doris Kügler warf dem Unternehmer vor, auf einer nicht zugelassenen Plattform ohne gültiges Schiffsführerpatent unterwegs gewesen zu sein. Die Plattform habe keine nautische oder andere Beleuchtung gehabt, es habe weiters keine Rettungswesten, keine Haltegriffe, keine Reling und keine Unterweisung über Sicherheitsvorkehrungen für die Gäste gegeben.
Mandant "hat nach bestem Gewissen gehandelt"
Der Verteidiger des Unternehmers replizierte, dass die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft teilweise unrichtig und teilweise nicht ursächlich für den Tod des Mannes waren: "Mein Mandant hätte nie gedacht, dass so etwas passieren kann. Er dachte, dass er die gesetzlichen Vorschriften einhält und etwas Tolles macht. Er hat nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt." Es habe sehr wohl behördliche Abklärungen gegeben, was die Plattform angeht, auch bei Polizeikontrollen und einer Kontrolle durch das Arbeitsinspektorat habe alles gepasst. Außerdem habe sein Mandant sehr wohl ein Schiffsführerpatent, erklärte der Verteidiger, der dieses auch Richter Gernot Kugi vorlegte.
Der Prozess wurde mit der Einvernahme des 61-Jährigen gestartet. Dabei brach dieser in Tränen aus: "Der Tod des Mannes geht mir sehr nahe, es belastet mich sehr. Es ist so absurd."
Für Dienstag war neben Zeugenaussagen auch die Erörterung mehrerer Gutachten geplant. Es war daher vorerst unklar, ob es bereits am Dienstag ein Urteil geben würde.
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