Prozess um Betrug durch falsche Polizisten in Wien vertagt
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von AgenturenDie Verhandlung am Landesgericht Wien wird am 28. Mai fortgesetzt
Bild: APA/APA/GEORG HOCHMUTH/GEORG HOCHMUTH
Am Dienstag ist ein 40-jähriger Mann in Wien vor Gericht gestanden, weil er Teil einer kriminellen Bande gewesen sein soll, die von der Türkei aus agiert. Die Gruppierung hat ältere Menschen in Wien um ihr Erspartes gebracht, indem sich deren Mitglieder als vermeintliche Polizisten ausgegeben haben sollen. Ein Opfer verlor sogar eine Million Euro. Die Anklage wirft dem Beschuldigten schweren gewerbsmäßigen Betrug und Beteiligung an einer kriminellen Organisation vor.
Zudem soll der Angeklagte im Februar 2024 einem Opfer eine Handtasche mit 30.000 Euro Bargeld entwendet haben. Dieser Diebstahl war nach Ansicht der Polizei allerdings nur fingiert, um das Vertrauen der Frau zu gewinnen und sich als vermeintliche Polizisten beweisen zu können, die die Tat aufklären. Nach vehementem Zureden seines Verteidigers bekannte sich der Angeklagte schuldig. Allerdings stritt er ab, die Handtasche gestohlen zu haben, vielmehr habe er sie der Frau nach dem Entwenden durch eine ihm unbekannte maskierte Person zurückgegeben.
Angeklagter will nichts von Masche gewusst haben
Auch schwor er mehrmals, er habe "keine Ahnung" von dem Betrugsschema gehabt. Laut dem Staatsanwalt operierte die Bande über Callcenter aus der Türkei. Ältere Menschen im Wiener Raum wurden von dort aus angerufen. Die vermeintlichen Polizisten am Hörer warnten die Opfer vor auffälligen Kontoaktivitäten. Mittelsmänner vor Ort holten sodann das Geld in bar ab, um es angeblich in Sicherheit zu bringen.
Eine Frau wurde so um rund eine Million Euro geprellt. Der Angeklagte sagte vor Gericht aus, er habe geglaubt, für jene Frau als Security zu arbeiten, da die über 80-Jährige viele Geschäfte und Banktermine habe. So sei es ihm von einem Mitglied der Vereinigung gesagt worden. Diese Erklärung sorgte beim Richter allerdings für Stirnrunzeln. "Und die ist in Geldwäschegeschäfte verstrickt, als eine alte Patin?" fragte er den Angeklagten. Der beharrte auf seiner Darstellung, als Sicherheitskraft für die Frau gearbeitet zu haben.
Zeugen belasteten Angeklagten
Zeugen, die selbst bei der Masche mitgemischt und bereits verurteilt worden sind, hielten diese Darstellung für unglaubwürdig. Ein 22-Jähriger sagte, der Angeklagte habe "hundertprozentig" von den Betrügereien gewusst. Allerdings wären nicht alle Sicherheitskräfte der Bande in deren Machenschaften eingeweiht gewesen, hielt er fest. Ein Kopf der Gruppe und damit ein wichtiger Zeuge erschien heute nicht im Gerichtssaal, daher wurde der Prozess auf den 28. Mai vertagt.
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