Wiener Verbindungsbahn wird ab September ausgebaut
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von AgenturenFahrgäste müssen mit Sperren zurecht kommen
Bild: APA/APA/THEMENBILD/HANS KLAUS TECHT
Der Ausbau der Wiener Verbindungsbahn zwischen Hütteldorf und Meidling geht an den Start, wie die ÖBB am Montag bei einer Pressekonferenz bekannt gaben. Die Hauptarbeiten beginnen bereits im September. Die Modernisierung soll in Zukunft einen 15-Minuten-Takt für die Schnellbahn ermöglichen. In zehn Jahren sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Für diese Bauarbeiten und die der Stammstrecke muss allerdings die Strecke der S80 monatelang gesperrt werden.
Der Bau hätte bereits 2025 erfolgen sollen, jedoch gab es Verzögerungen durch Einspruchsverfahren nach Beschwerden von Umweltorganisationen und Bürgerinitiativen. Am Ende hat das Bundesverwaltungsgericht (BVwG) das Projekt genehmigt. Den Umbau "werden wir ohne Einschränkungen nicht zustande bringen", sagte ÖBB-Infrastruktur-Vorständin Judith Engel bei der Vorstellung der Details. Denn aufgrund der Verschiebung des Bauplans der Verbindungsbahn sei nicht mehr gewährleistet gewesen, dass diese Arbeiten außerhalb jener Maßnahmen der Stammstrecke erfolgen. "Das heißt, wir haben diese Baumaßnahmen jetzt gleichzeitig. Das war nicht der Plan", sagte Engel.
Strecke zum Westbahnhof wegen Zugwartungen wichtig
Während der Bautätigkeiten kann nämlich nur ein Gleis im Baubereich in Betrieb bleiben, damit reduziert sich die Kapazität der Verbindungsbahn. Diese ist jedoch eine für die Zugwartung bei gleichzeitiger Sperre der Schnellbahn-Stammstrecke enorm wichtige Strecke. Sie ist nicht nur Ausweichstrecke für den Lainzer Tunnel, sie muss auch viele Fahrten zu den Werkstätten am Westbahnhof aufnehmen. Durch die S-Bahn-Sperre, mit der sich das Bauvorhaben nun überschneidet, werden Zuggarnituren, die südlich von Wien im Einsatz sind und bei Normalbetrieb in Wien-Floridsdorf gewartet würden, jetzt am Westbahnhof serviciert werden. Darum wird der Betrieb der S80 in dem Bereich eingestellt.
Bereits am 4. Juli wird die Stammstrecke zwischen Praterstern und Floridsdorf gesperrt, was bis 6. September dauert. Ab 10. August bis 6. September fährt die Schnellbahn zwischen Praterstern und Norden (Jedlersdorf/Korneuburg, Gerasdorf/Wolkersdorf und Süßenbrunn) nicht. Die Hauptsperre zwischen Hauptbahnhof bzw. St. Marx und Praterstern startet dann am 7. September und wird voraussichtlich bis Oktober 2027 dauern.
Ersatzverkehr mit Bussen
Die ÖBB richten wieder ein Ersatzangebot mit Bussen mit Haltestellen in Wien-Meidling, Wien-Speising, Wien-Hietzinger Hauptstraße und Wien-Hütteldorf ein. Mit den Sommerferien 2026 starten die Ersatzbusse im Halbstundentakt zwischen Wien-Hütteldorf und Wien-Meidling. Mit Schulbeginn erfolgt eine Verdichtung des Schienenersatzverkehrs von Montag bis Freitag auf einen 15-Minuten-Takt an Werktagen in der Zeit zwischen 5.30 Uhr und 20.00 Uhr. Außerhalb dieser Zeit, an Wochenenden und feiertags wird die Strecke im 30-Minuten-Takt bedient. Die Busse fahren zwar länger, dafür aber öfter als bisher, wurde bei der Pressekonferenz betont.
Die ÖBB haben bereits im März mit den ersten Vorbereitungsmaßnahmen begonnen und an der Strecke den Bewuchs entfernt. Damit wurde der Baubeginn eingeläutet: Der Abschnitt Nord bei der Hietzinger Hauptstraße soll 2030 abgeschlossen sein, der mittlere Abschnitt bei Speising bis 2032 und der südliche bei der Stranzenbergbrücke bis 2036.
Zwei neue Haltestellen
Herzstück des Abschnitts Nord ist die Neuerrichtung der Haltestelle Wien-Hietzinger Hauptstraße, die mit Ende 2029 in Betrieb gehen soll. Die Trasse befindet sich hier künftig in Hochlage, die sich über rund 800 Meter von den Wientalbrücken bis etwa zur Beckgasse erstreckt. Durch die Hochlage ist es möglich, die Eisenbahnkreuzungen Auhofstraße und Hietzinger Hauptstraße aufzulassen.
Die Haltestelle Wien-Speising wird modernisiert und Richtung Osten verlegt, um den barrierefreien Einstieg in die Züge zu ermöglichen, was in der derzeitigen Lage der Station in einem engen Gleisbogen nicht möglich ist. Sie wird über barrierefreie Zugänge vom neu gestalteten Dreiecksplatz sowie von der Speisinger Straße und einen weiteren Zugang von der Hofwiesengasse verfügen.
Die neue Haltestelle Stranzenbergbrücke wird unterhalb der namensgebenden Brücke liegen. Sie ist über zwei barrierefreie Zugänge von der Brücke sowie über einen weiteren Zugang von einem neu zu errichtenden, barrierefreien Steg für Fußgänger und Radfahrer zwischen Klimtgasse und Kernstraße zu erreichen.
Lärmschutzwände an der gesamten Strecke
Zusätzlich wird in der Versorgungsheimstraße (via Jagdschloßgasse) als Ersatz für die wegfallenden Eisenbahnkreuzungen in der Veitingergasse, Versorgungsheimstraße und in der Jagdschloßgasse eine Unterführung für den motorisierten Individualverkehr errichtet. Auch in der Veitingergasse und der Jagdschlossgasse entstehen für Fußgänger barrierefreie Unterführungen mit fahrradtauglichen Liften. Der Hildegard-Teuschl-Weg, der die beiden Gassen verbindet, wird verbreitert und barrierefrei ausgebaut. Die Unterführung in der Hofwiesengasse wird vergrößert. Im 14. Bezirk werden die Durchfahrten der Zehetnergasse, Guldengasse und Hackinger Straße verbreitert. Entlang der Strecke entsteht erstmals ein umfassender Lärmschutz.
Ab dem heutigen Montag werden die Fahrgäste über die Verkehrsmaßnahmen informiert. Anrainerinnen und Anrainer werden über Postwurfsendungen während der gesamten Baudauer am Laufenden gehalten. Mit den betroffenen Bezirksvorstehungen steht die Projektleitung laufend im Austausch. Zudem gibt es eine eigens eingerichtete Ombudsstelle, die telefonisch unter 0043/664/617-67-93 erreichbar ist.
(S E R V I C E - Ein Projektnewsletter ist über die Website infrastruktur.oebb.at/verbindungsbahn zu abonnieren.)
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