Anstieg von 15 Prozent

403 Verkehrstote im Vorjahr in Österreich

Aktualisiert:

von Quelle: APA, JOYN News

Niederösterreich heute

Verkehrstote bei mehreren Unfällen

Videoclip • 01:31 Min


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Mehr als 400 Menschen - genau 403 - sind im Jahr 2025 bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, um rund 15 Prozent mehr als 2024 (351 Verkehrstote). 47.041 weitere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wurden bei 37.825 Unfällen im Vorjahr verletzt. Diese am Mittwoch veröffentlichten Zahlen der Statistik Austria zeigen: Die Entwicklung der Verkehrsunfallstatistik geht seit mehreren Jahren in die falsche Richtung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Jahr 2025 starben in Österreich 403 Menschen bei Verkehrsunfällen und mehr als 47.000 wurden verletzt.

  • Besonders stark stiegen Unfälle mit E-Scootern und E-Bikes sowie die Zahl verunglückter Kinder.

Bei den Verletzten wurde 2025 gar der Höchststand seit 2017 erreicht, so die Statistiker. Noch beunruhigender ist, dass sich unter den Unfallopfern auffallend viele Kinder sowie Nutzende von E-Scootern bzw. E-Bikes befinden.

2025 gab es täglich 129 Verletzte im Straßenverkehr

"Seit dem historischen Tiefstand im Corona-Jahr 2020 steigt die Zahl der Verkehrsunfälle sowie jene der dabei verletzten Personen kontinuierlich an.

So verletzten sich 2025 pro Tag durchschnittlich 129 Personen im Straßenverkehr - um drei Verletzte mehr pro Tag als 2024. Im Durchschnitt wurden täglich 22 Personen schwer verletzt, das ist der höchste Wert in den vergangenen 13 Jahren. Maßgeblich für den Anstieg bei den Verletzten war, dass 2025 deutlich mehr E-Scooter- und E-Bike-Fahrerinnen und -fahrer verletzt wurden als im Vorjahr.

Die Zahl der verunglückten Kinder war so hoch wie seit 2007 nicht mehr, auch dafür waren E-Scooter-Unfälle eine Ursache", analysierte Manuela Lenk, fachstatistische Generaldirektorin von Statistik Austria.

Auch bei den Radfahrerinnen und Radfahrern gab es 2025 mit 10.488 Verletzten ein Plus gegenüber 2024, um rund vier Prozent.

Seit Beginn der Statistik im Jahr 1961 war dies der zweithöchste Wert, wobei beim Höchststand im Jahr 2022 E-Scooter-Lenkerinnen und -Lenker noch in die gleiche Kategorie wie Radelnde fielen. Der Anstieg 2025 bei Radfahrenden ist laut Statistik Austria "ausschließlich" auf verletzte E-Bikerinnen und -Biker zurückzuführen. Deren Zahl stieg um 17 Prozent gegenüber 2024 an. Bei herkömmlichen Fahrrädern stagnierte die Zahl der Verletzten hingegen.

Um 24 Prozent stieg der Wert verletzter E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrer gegenüber 2024. Mit 2.597 Verletzten haben Menschen, die auf E-Scootern unterwegs waren, bereits einen Anteil von mehr als 5,5 Prozent an der Gesamtzahl der im Straßenverkehr Verletzten. Oder anders gesagt: Jeder 18. Verletzte im Straßenverkehr war auf einem E-Scooter unterwegs. Rund 25 Prozent der Verletzten auf E-Scootern waren Kinder unter 14 Jahren. Besonders der Anstieg der Blessuren in der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen von 328 im Jahr 2024 auf 606 (plus 85 Prozent) fiel auf.

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Zahl verunglückter Kinder so hoch wie seit 2007 nicht mehr

Die zahlreichen E-Scooter-Unfälle waren auch einer der Gründe, warum die Zahl verunglückter - verletzter oder getöteter - Kinder insgesamt auf den höchsten Wert seit 2007 kletterte. Mehr als 3.500 Kinder wurden im vergangenen Jahr im Straßenverkehr verletzt (plus 16 Prozent gegenüber 2024), weiters wurden 2025 acht Kinder getötet. Der Großteil der Kinder verunglückte als Pkw-Mitfahrer (31 Prozent), mit dem Fahrrad (22 Prozent) oder dem E-Scooter (18 Prozent). 59 Prozent der verunglückten Kinder, die mit einem Rad unterwegs waren, trugen zum Unfallzeitpunkt einen Radhelm, bei den E-Scooter-Fahrerinnen und -Fahrern waren es lediglich 18 Prozent.

28 Prozent der 403 Verkehrstoten starben in Niederösterreich, wo mit 111 gleich um 27 mehr Menschen starben als 2024. In Vorarlberg verdoppelte sich die Zahl der Verkehrstoten von sieben auf 14. Rückgänge gab es nur in Wien (von 20 auf 15 Verkehrstote) und Salzburg (von 28 auf 24). Salzburg war im Übrigen das einzige Bundesland, wo auch die Zahl der Unfälle und die der Verletzten im Straßenverkehr geringer war als 2024. Der höchste Anstieg Getöteter war österreichweit bei Radfahrerinnen und Radfahrern zu verzeichnen. 65 Menschen kamen im vergangenen Jahr mit einem Rad ums Leben, mehr als doppelt so viele wie 2024 (32 Tote). Dabei hielten sich herkömmliche Biker und E-Biker fast die Waage: 33 waren auf mit Muskelkraft betriebenen Rädern unterwegs, 32 auf E-Bikes.

ÖAMTC: allgemeine Helmpflicht für E-Bike und E-Scooter Nutzende

Der ÖAMTC interpretierte die Zahlen als "klaren Auftrag an die Politik" und forderte erneut "eine altersunabhängige Helmpflicht für E-Bikes und E-Scooter".

David Nosé, Verkehrstechniker beim ÖAMTC, kritisierte, dass die seit 1. Mai in Kraft befindliche StVO-Novelle mit einer Helmpflicht lediglich für E-Bike-Fahrende bis 14 Jahre und E-Scooter-Lenkende bis 16 wenig treffsicher sei: "Angesichts dieser Zahlen braucht es eine zielführende und treffsichere Lösung für mehr Verkehrssicherheit. Die überwiegende Mehrheit der Verunglückten ist deutlich älter als die von der Helmpflicht erfasste Zielgruppe - die altersbeschränkte Regelung verfehlt daher ihr Ziel deutlich."

Das Tragen eines Helmes verhindere keine Unfälle, schütze aber im Falle von Unfällen den Kopf vor schweren oder tödlichen Verletzungen. Der ÖAMTC verwies außerdem auf eine eigene repräsentative Umfrage im vergangenen November mit 84 Prozent Zustimmung für eine Helmpflicht bei E-Bikes und 85 Prozent pro Helmpflicht bei E-Scootern.

VCÖ: Maßnahmenpaket für Freilandstraßen

Der VCÖ verwies darauf, dass 63 Prozent der Verkehrstoten im Vorjahr auf Freilandstraßen verunglückt waren. Der Verkehrsclub forderte daher ein Maßnahmenpaket für sichere Freilandstraßen, unter anderem mit dem Rückbau von Raserstrecken, Tempolimit 80 statt 100, verstärkten Tempokontrollen sowie baulich getrennten Geh- und Radwegen entlang von Freilandstraßen.

Außerdem will der VCÖ "verstärkte Maßnahmen für ein kindgerechtes und seniorengerechtes Verkehrssystem". "Wir brauchen insbesondere in den Städten und Gemeinden mehr Verkehrsberuhigung, mehr Tempo 30 statt 50 und insgesamt eine Offensive beim Ausbau der Rad-Infrastruktur. Sichere Radwege sind die wirksamste Maßnahme, um die Zahl der Radunfälle zu reduzieren", betonte VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk.

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