Tag der Erde

Klimaschutz: "Das Teuerste ist nichts zu tun"

Veröffentlicht:

von Seyda Gün

Café Puls

Tag der Erde: Was bremst uns wirklich beim Klimaschutz?

Videoclip • 04:26 Min


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Der 22. April steht nun seit über 50 Jahren ganz im Zeichen des Umweltschutzes. Österreich hat seinen Overshoot Day bereits vor knapp einem Monat erreicht. Das bedeutet, dass die natürlichen Ressourcen für dieses Jahr bereits verbraucht sind. Obwohl Klimaschutz von der Mehrheit der Österreicher:innen unterstützt wird, sieht eine Expertin großen politischen Handlungsbedarf.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Tag der Erde denkt man an den Frieden, die Gerechtigkeit und daran wie sorgsam mit der Erde umgegangen wird.

  • Beim Klimaschutz ist laut einer Expertin noch einiges zu tun.

  • Wichtig sei dabei, dass Klimaschutz auf zwei Ebenen stattfindet.

Am heutigen "Tag der Erde" rücken zwei zentrale Fragen in den Fokus: Wie sorgsam gehen wir eigentlich mit unserem Planeten um - und wie steht Österreich dabei da? Laut Hannah Keller von der Umweltschutzorganisation Global 2000 zeichnet sich hierzulande eher ein ernüchterndes Bild ab.

Österreich hat laut Keller vor knapp einem Monat den sogenanneten Overshoot Day erreicht. Das ist jender Tag, an dem alle natürlichen Ressourchen aufgebraucht sind, die dem Land rechnerisch für das gesamte Jahr zur Verfügung stehen würden.

"Man sieht einfach, wir leben über unseren Maß hinaus: und das sieht man beim Klimaschutz, das sieht man beim Umweltschutz, das sieht man beim Ressourcenverbrauch", so die Expertin.

Laut Keller müsse "sich leider eindeutig noch was bewegen".


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Klimaschutz auf zwei Ebenen

Laut einer Studie befürwortet die Mehrheit der Bevölkerung in Österreich den Klimaschutz. "Man muss sagen, das ist unheimlich toll und da haben sich auch die Zahlen deutlich gesteigert in den letzten Jahren, wie viele Menschen Klimaschutz unterstützen", so Keller.

Gleichzeitig sei aber der hohe Ressourcenverbrauch das Ergebnis eines Systems, dass sich über viele Jahre hinweg entwickelt habe.

"Also wie viele Ressourcen wir verbrauchen, da ist ja nicht nur dabei, was jetzt die einzelne Person kauft, sondern was wir im Straßenbau verbrauchen, was wir an öffentlichen Gütern verbrauchen, was wir an Nahrungsmitteln, auch an Lebensmittelverschwendung haben, die einfach in den Supermärkten passiert und gar nicht bei uns zu Hause", erklärt sie.

Keller betont deshalb vor allem eines: Klimaschutz muss auf zwei Ebenen stattfinden. Im persönlichen Alltag der Bevölkerung, aber auch auf politischer Ebene.

"Das Teuerste ist einfach nichts zu tun"

"Ich persönlich, ich kann selber darauf schauen, dass ich weniger Verpackungen und so weiter brauche, weniger mit dem Auto fahre, mit dem Fahrrad", so die Expertin.

Doch viele Veränderungen müssten politisch angestoßen werden. Als Beispiel nennt sie den Ausbau erneuerbarer Energien.

"Und das ist zum einen Windkraft natürlich, ich glaube, darüber reden wir eh auch sehr oft, dass wir zum anderen auch Solar. Und da haben wir ganz, ganz viele Orte wie zum Beispiel Supermarktparkplätze, die schon versiegelt sind, wo man einfach sein könnte, verpflichtet, Solarpaneele auf versiegelte Flächen zu Solarpaneele auf Industrieflächen und hier eben schon versiegelte Flächen nutzen, um die Energiewende voranzutreiben", betont Keller.

Auf die Frage, ob sich hohe Investitionen in Klimaschutz überhaupt lohnen, antwortet sie eindeutig: "Das Teuerste ist einfach nichts zu tun."

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